Ami Warning im AZ-Interview Der Weg, den die Musik zeigt

Die 20-jährige Münchner Musikerin debütierte 2014 mit ihrem Album „Part of Me“ Foto: AZ

Die Münchnerin Ami Warning bringt heute ihr zweites Album heraus – auf „Seasons“ hört man sommerlichen Pop mit einer melancholischen Note.

 

Als sie ihr erstes Album „Part of Me“ veröffentlichte, war Ami gerade mal 18 Jahre alt. Bei diesem familiären Hintergrund ist es aber kein Wunder, dass sich schon so früh das Talent zeigt: ihr Vater ist der Reggae-Bassist Wally Warning, der sie nun zwei Jahre später auch auf ihrer neuen CD „Seasons“ wieder musikalisch unterstützt. Auf dem Album treffen sich Pop, Soul und dieses mal sogar Dance-Rhythmen, darüber schwebt Amis wunderschöne rauchige Stimme. Wir haben die sympathische Münchnerin gefragt, wie es nach dem Einstieg ins Musik-Business weiterging.

AZ: Wo finden Sie, ist der größte Unterschied zu Ihrem ersten Album?

AMI: „Seasons“ ist tanzbarer geworden, es hat mehr Beat und Dynamik. Ruhige Lieder wechseln sich mit peppigen ab. „Part of Me“ war noch kleiner und akustischer. Im Leben bin ich natürlich auch weiter gekommen, weshalb es sich auch inhaltlich Neues dabei ist.

Ist bei den unterschiedlichen Songs schwierig, eine musikalische Einheit zu finden?

Ja, das ist schon eine Herausforderung. Die Songs sollen für sich selbst stehen, aber es muss sich auch ein stimmiges Bild ergeben. Aber so entsteht eine sehr schöne Geschichte. Es spannt sich ein Bogen, mal wird es laut, mal leise, so spannt sich ein Bogen.

Wie viele Songs fallen denn beim Aufnahmeprozess weg?

Da ich schon vorher viel überlege und probiere, fast nichts. Wir haben nur einen Song aufgenommen, der jetzt nicht auf dem Album ist.

Jetzt, da Sie schon Studioerfahrung hatten, war es ein anderes Gefühl?

Es war eigentlich wieder recht ähnlich. Ich habe auch wieder mit meinem Dad in vertrautem Umfeld gearbeitet. Dieses mal habe ich aber mehr reflektiert, was ich schon beim ersten Album anders machen wollte. Ich war auch offener, zum Beispiel mit meinem Keyboard oder mit Beats aus dem Computer.

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Wann hat denn die Arbeit an „Seasons“ begonnen?

Nach dem ersten Album waren wir auf Tour, deshalb hatte ich keine Zeit Songs zu schreiben. Danach hatte ich auch wenig Inspiration, ich musste das Touren erst mal verarbeiten. Dann kamen die Songs aber nach und nach. Es hat auch ein bisschen gedauert, weil ich mich nicht zu sehr stressen wollte. Ich will am Ende hinter den Liedern stehen und nicht nur schnell irgendwas runterschreiben.

Sie machen also die Musik schon hauptberuflich?

Ja, alles was ich mache, hat irgendwie damit zu tun. Ich war auf einer Reise der „Startrampe“, die der BR veranstaltet hat. Da habe ich Patrice und Neeka treffen dürfen, war auch in einem Studio, in dem Xavier Naidoo gerade gearbeitet hat. Ein Musikvideo haben wir auch gedreht. Ich mache also ziemlich viel und habe dabei großen Spaß.

Welche neuen Erfahrungen haben Sie denn auf Tour gemacht?

Im Rahmen der BR-Reise waren wir auch in Amsterdam. Dort haben wir kein Konzert gegeben, sondern Straßenmusik gemacht. Man denkt ja eigentlich, dass die Holländer da sehr offen sind und eher stehen bleiben, aber das Gegenteil war der Fall. In München geht so etwas viel einfacher. In der Schweiz ist es auch ganz anders, die Besucher flippen nicht so aus, sind reservierter. Man denkt sich danach erst, dass es ihnen nicht gefallen hat, dann wollen sie aber doch zehn Zugaben.

Machen Sie sich manchmal Sorgen, ob Sie von der Musik leben können?

Nein. Ich weiß, dass es ein ziemliches auf und ab sein kann, das muss ich in Kauf nehmen. Man muss den Weg mitgehen, den einem die Musik zeigt. Ich liebe es einfach Musik zu machen und deshalb kann ich es auch wegstecken, wenn es mal nicht so läuft.

Matthias Pfeiffer Ami stellt „Seasons“ (Blanko Musik) am 17. Juni um 20 Uhr im Milla vor (Holszstraße 28, AK: 17,50 Euro)

 

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