Am Starnberger See Grillparty aufgelöst: Feiernde liefern der Polizei dreiste Corona-Ausreden

Die Polizei hat die Grillfeier am Starnberger See aufgelöst. (Symbolbild) Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

Am Freitagnachmittag hat die Polizei eine Grillfeier am Ufer des Starnberger Sees aufgelöst. Im Gespräch mit den Beamten waren die Feiernden um keine dreiste Ausrede verlegen.

 

Starnberg - Obwohl die Ausgangsbeschränkungen in Bayern mittlerweile gelockert wurden, gelten immer noch bestimmte Abstands- und Hygieneregeln. Auch Partys oder andere größere Menschenansammlungen sind weiterhin nicht gestattet.

Mit einem solchen Fall hatte es die Starnberger Polizei am Freitagnachmittag zu tun: Gegen 17 Uhr wurde den Beamten eine Grillfeier auf dem Gelände eines Wassersportvereins am Ufer des Starnberger Sees mitgeteilt. Dem Zeugen zufolge sollen rund 40 Personen an der Party teilgenommen haben.

Grillfeier am Starnberger See

Ganz so viele waren es dann nicht, die Polizisten trafen am Einsatzort auf zehn Erwachsene und drei Kinder. Die Gruppe saß - ohne das Einhalten des Mindestabstands - am Tisch. Auch als die Beamten vor Ort waren, hörten die Personen nicht mit dem Essen und Trinken auf. Stattdessen lieferten sie der Polizei eine dreiste Ausrede nach der anderen.

Den Anfang machte ein Mann, der den Beamten eine Visitenkarte übergab und sich als Rechtsanwalt zu erkennen gab. Kurz danach erklärte ein anderer Mann auf Nachfrage der Polizei, dass es sich bei der Menschenansammlung um eine große Patchworkfamilie handeln würde, die demnach gemeinsam feiern dürfte. Denn mittlerweile ist das Besuchen von engen Verwandten wieder erlaubt.

Die nächste unglaubwürdige Aussage lieferte der Wirt der Vereinsgaststätte, der den Polizisten erklärte, dass alle Anwesenden gewerblich beim Herrichten des Vereinsrestaurants helfen würden und es sich daher um ein erlaubtes Geschäftsessen handeln würde.

Zehn Personen, zehn verschiedene Hausstände

Danach hatten die Beamten genug: Sie stellten die Personalien der anwesenden Personen fest, wobei sich herausstellte, dass alle zehn Erwachsenen in zehn verschiedenen Hausständen gemeldet sind. "So nachvollziehbar der Wunsch nach gemeinsamen Grillfeiern mit Freunden auch sei mag, ist ein solches Verhalten ein Schlag ins Gesicht all derer, die sich schweren Herzens an die notwendigen Regeln halten", schreibt die Polizei dazu in ihrem Bericht.

Alle zehn Erwachsenen erhielten eine Anzeige wegen eines Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz.

 

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