Am Stachus Bürgermeister knipst Frauen unter den Rock

Der Bürgermeister – er hatte schon mal eine „Spanner-Affäre“. Foto: AZ Fotmontage / Sigi Müller

Ein Biss-Verkäufer beobachtet einen Voyeur und alarmiert die Polizei. Zwei Beamte erwischen den Mann auf frischer Tat. Bei der Festnahme rastet der 55-Jährige aus und schlägt wild um sich.

 

München - Der Bürgermeister einer Gemeinde im Landkreis Pfaffenhofen ist in München als Spanner aktenkundig geworden. Der 55-Jährige fotografierte am Stachus Frauen unter den Rock. Bei seiner Festnahme schlug und trat Robert S. (Name geändert) auch noch auf Polizisten ein.

Am Donnerstag um die Mittagszeit fiel einem „Biss“-Verkäufer am Stachus ein Mann auf, der sich auf der Rolltreppe immer hinter Frauen stellte, die Röcke trugen. Während sie arglos hinauf oder hinab fuhren, fotografierte er sie von hinten unter den Rock. Der aufmerksame Zeuge verständigte die Polizei.

Als zwei Beamte den Spanner festnehmen wollten, trat und schlug der Voyeur wild um sich. Einem Polizisten (25) rammte er den Ellbogen so in die Seite, dass er eine Rippenprellung erlitt. Außerdem versuchte der Spanner, mit aller Gewalt seine Kamera zu zerstören – wohl, um Beweismaterial zu vernichten.

Warum dem Mann so daran gelegen war, nicht überführt zu werden, wurde bei der Personalienfeststellung klar: Robert S. ist Bürgermeister einer kleinen Gemeinde. Und er stand schon einmal in einer „Spanner-Affäre“ vor Gericht. Der Vorwurf damals lautete: Robert S. habe im Januar 2009 an einer Raststätte an der A9 im Damenklo mit einem Spiegel unter die Trennwand gespäht. Das Objekt der Begierde, eine russische Touristin, bemerkte den Voyeur und schrie. Ihr Lebensgefährte sah einen Mann mit einer Damenperücke aus der Toilette stürmen und mit einem Audi wegfahren. Er merkte sich das Kennzeichen: es war der Wagen des Bürgermeisters. Bei einer Durchsuchung fand die Polizei zudem ein Video von einer heimlich gefilmten Frau.

Die strafrechtlichen Ermittlungen wurden eingestellt. Doch disziplinarrechtlich landete S. vor Gericht. Er erzählte dem Gericht von einer Anhalterin, die gefahren und an der besagten Raststätte auf die Toilette gegangen sei. Und das Video habe seinem toten Bruder gehört.

Das Gericht stufte das als „reine Schutzbehauptungen“ ein und kürzte ihm das Gehalt um 20 Prozent. Dieses Urteil hob der VGH aber wieder auf.

Im aktuellen Stachus-Fall schaut es für den Bürgermeister deutlich schlechter aus. Er fällt nun schon zum zweiten Mal als Spanner auf, Polizisten erwischten ihn auf frischer Tat. Und schließlich geht es dieses Mal nicht nur um „Beleidigung auf sexueller Grundlage“ sondern auch noch um Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte.

 

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