Am Rindermarkt Asylbewerber: Hungerstreik-Camp

Hungern für bessere Lebensbedingungen: Am Rindermarkt streiken 50 bis 70 Asylbewerber. Foto: Daniel von Loeper

Mehrere Dutzend Asylbewerber haben in der Münchner Innenstadt einen Hungerstreik begonnen – Stadtverwaltung und Polizei tolerieren bisher die Protestkundgebung.

 

München – Die Gruppe hat auf dem belebten Rindermarkt am Rande der Fußgängerzone behelfsmäßige Zelte aus Plastikplanen und Holzstangen aufgebaut, als Schlafplatz dienen Isomatten und Schlafsäcke. Mit dem Hungerstreik wollen die Asylbewerber ihre Asylanträge durchsetzen. Die Flüchtlinge kommen aus verschiedenen Ländern von Afghanistan bis Syrien.

Die Münchner Stadtverwaltung wurde von der Aktion überrascht, die Flüchtlinge hatten am Rande einer Demonstration am Samstag überraschend den Hungerstreik angemeldet. „Die neue Versammlung wurde beim Einsatzleiter angemeldet“, sagte ein Sprecher der Polizei. „Wir schauen, wie sich das weiter entwickelt.“ Zunächst hätten die Behörden eine Frist von drei Tagen gesetzt, sagte Omid Moradian, ein Sprecher der Gruppe, am Montag. Möglicherweise müssen die Asylbewerber mit ihrem Camp an einen anderen Ort umziehen.

Solidarisch erklärten sich der Münchner SPD-Vorsitzende Hans-Ulrich Pfaffmann und seine Landtagskollegin Isabell Zacharias. Sie forderten die Staatsregierung auf, die Residenzpflicht, Essenspakete und das Arbeitsverbot für Asylbewerber im ersten Jahr aufzuheben. In den vergangenen Monaten ist die Zahl der Asylbewerber deutschlandweit stark angestiegen, so dass es bei der Bearbeitung der Anträge durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge zu monatelangen Verzögerungen kommt. Hungerstreiks hat es in den vergangenen Monaten mehrfach gegeben, unter anderem in Würzburg.

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