Am Englischen Garten Erhalt der Tierklinik: Letzte Hoffnung Landtag

Rechts die alte Tierklinik, links der Entwurf für das neue Nano-Institut. Foto: Altstadtfreunde/kleyer.koblitz.letzel.freivogel

Der Einsatz der Altstadtfreunde für den Erhalt der Tierklinik könnte doch noch Wirkung zeigen.

 

Maxvorstadt - Durchaus schön – aber eben kein Baudenkmal. So urteilten die Denkmalschützer bislang über die Jugendstil-Gebäude der Tierklinik am Englischen Garten. Deshalb sollen die Bauten abgerissen werden und Platz machen für den neuen Physik-Campus der LMU.

Ein baulicher Verlust für München, findet man beim Verein Altstadtfreunde und startete deshalb eine Petition gegen den Abriss. Rund tausend Unterschriften kamen zusammen und wurden an den Landtag weitergeleitet. „Die Bürgerinnen und Bürger haben sich eindeutig für den Erhalt ausgesprochen“, sagt Florian Grüning von den Altstadtfreunden. So eindeutig, dass man darüber nicht einfach hinwegsehen könne.

Die Petition liegt nun bei der Staatsregierung, die jetzt bis Mitte Dezember Zeit hat, sich zu äußern. Dann könnte der Landtagsausschuss für Wissenschaft und Kunst im Februar über die Tierklinik verhandeln – vielleicht die letzte Chance, die Abrisspläne noch zu stoppen.

„Wir werden das sehr gründlich prüfen“, sagt Michael Piazolo von den Freien Wählern, der Vorsitzende des Ausschusses. Im Landtag sei man sich der prominenten Lage der ehemaligen Tierklinik und ihrer Symbolkraft durchaus bewusst – auch wenn die Denkmalschützer dem Ensemble bislang den Schutzstatus verwehrten.

Für Florian Grüning von den Altstadtfreunden ist das kein Grund, die Hoffnung aufzugeben. „Gerade im Denkmalschutz gibt es viele strittige Entscheidungen, da ist es Aufgabe der Bürger sich einzumischen.“ Der Verein schlägt statt des Abrisses eine kombinierte Nutzung von historischem Bestand und Neubauten vor. „Es gibt ja Räume, die könnten genutzt werden.“

Timm Kleyer, Architekt des Berliner Büros, dessen Entwürfe für den neuen Campus realisiert werden sollen, hält das für unrealistisch. „Es ist ganz klar, dass die Labore nicht in den Altbauten untergebracht werden können“, widerspricht er. Das gehe rechtlich gar nicht.

Sollte die Tierklinik also doch unter Denkmalschutz gestellt werden, dann „müsste man auch generell über die Nutzung der Fläche nachdenken“.

 

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