Am Bahnhof in Großhadern In der Wendeschleife: U-Bahnfahrer (57) vergewaltigt 18-Jährige

, aktualisiert am 12.07.2018 - 16:49 Uhr
Der U-Bahnfahrer verging sich an der 18-Jährigen zwischen der Wendeschleife und dem U-Bahnhof Großhadern. Foto: imago/imagebroker

Eine zufällig vorbeikommende Polizeistreife entdeckt die junge Frau, als sie mit offener Hose und geöffnetem BH aus dem Zug taumelt. Es gibt eindeutige Beweise gegen den Täter.

München - Die junge Frau war wehr- und hilflos, als sich der Mann an ihr verging. Eine 18-jährige Münchnerin, die Samstagfrüh mit der U-Bahn unterwegs war, ist im Zug vergewaltigt worden. Als Täter hat die Polizei einen 57-jährigen U-Bahnfahrer ermittelt. Die Beweise gegen den Mann sind erdrückend.

Die furchtbare Tat ereignete sich bereits Mitte Juni. Die Münchnerin hatte offenbar gefeiert, sie war laut Polizei stark alkoholisiert. Als sie mit der U6 nach Hause fahren wollte, schlief sie im Zug ein. Die U-Bahn fuhr in die Endhaltestelle ein. Trotz Ansage, dass nun alle aussteigen müssten, blieb die Frau im Waggon und schlief weiter.

Die U-Bahn fuhr in die Wendeschleife. Zu diesem Zeitpunkt, morgens gegen 7.30 Uhr, waren nur noch zwei Menschen im Zug: Die junge Frau und der U-Bahnfahrer.

Der 57-Jährige nutzte die Zustand der betrunkenen Frau niederträchtig aus. Die 18-Jährige wachte von den sexuellen Handlungen auf. Polizeisprecherin Anna Heschl: „Als sie aufwachte stellte sie fest, dass ein fremder Mann seine Hand in ihrer Hose hatte.“ Sie sagte zu dem Mann, dass er das lassen solle. Irgendwie kam sie aus dem Zug heraus.

Staatsanwaltschaft beantragt Haftbefehl, Richter lässt Täter laufen

Als die Münchnerin über den Bahnsteig ging, wurden zwei Polizisten auf sie aufmerksam. Die Hose der Frau war geöffnet, ihr T-Shirt verrutscht, ihr BH geöffnet. Als die Polizisten sie ansprachen, konnte sie sich nur bruchstückweise daran erinnern, was geschehen war. Aber sie konnte den Polizisten sagen, dass sie aufgewacht war und ein Mann seine Hand in ihrer Hose hatte.

Die Polizisten veranlassten, dass die Videoaufzeichnungen im Zug gesichert werden. Mit Erfolg: Eine Überwachungskamera an der Decke im Waggon hatte die Vergewaltigung aufgezeichnet. Einen eindeutigeren Beweis gibt es kaum.

Der U-Bahnfahrer war nach der Tat drei Wochen nicht im Dienst. Als er am vergangenen Montag erstmals wieder in der Arbeit erschien, wartete schon die Polizei auf ihn. Der 57-jährige, verheiratete Mann aus dem Landkreis Pfaffenhofen wurde festgenommen und wegen Vergewaltigung einer Widerstandsunfähigen und unterlassener Hilfeleistung angezeigt. Die Staatsanwaltschaft beantragte einen Haftbefehl, doch der Ermittlungsrichter ließ ihn wieder laufen.

Wäre der Mann zwei Tage unentdeckt geblieben, wären die Videoaufnahmen vernichtet worden

„Wir sind alle bestürzt und fassungslos“, sagte Matthias Korte, Sprecher der Münchner Verkehsbetriebe (MVG) am Donnerstag zur AZ. Der U-Bahnfahrer habe mehr als 20 Jahre für die MVG gearbeitet. Es habe nie irgendwelche negativen Vorkommnisse gegeben. Auch bei der Polizei ist der Mann ein unbeschriebenes Blatt. „Das passt alles nicht zu dieser schockierenden Tat“, sagt Matthias Korte.

Vielleicht baute der Mann darauf, dass die Videoaufnahmen ja bald gelöscht worden wären und man ihm die Tat nicht hätte nachweisen können. Die Aufzeichnungen in Bussen, U- und Trambahnen werden rund 48 Stunden aufbewahrt, danach werden sie automatisch überschrieben. Allerdings sind die Videoaufnahmen aus den Bahnhöfen für die Polizei länger greifbar: Sie werden sieben Tage lang in der Zentrale der Stadtwerke gespeichert.

Der Mann, der mehr als 20 Jahre lang bei der MVG beschäftigt war, ist seiner eigenen fristlosen Kündigung zuvorgekommen. Korte: „Er hat selbst seine sofortige Kündigung eingereicht.“
Laut MVG hat es zuvor noch nie einen vergleichbaren Fall gegeben.


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