Altstadt Flut in der Sonnenstraße: Warum das Rohr brach

Diese Leitung war schuld!!! Wasser-Alarm in der Sonnenstraße: Ein Rohrbruch hat mitten in München für Chaos gesorgt. Die SWM haben das kaputte Rohr ausgegraben und analysiert. Foto: dpa/Daniel von Loeper/swm

Mitten in der Nacht platzt ein Hauptwasserrohr in der Sonnenstraße: Die Stadtwerke haben das kaputte Rohr jetzt analysiert. Der Frost war nicht schuld.

 

München - Die Wassermassen hatten im Januar die Fahrbahn und den Gehweg der Sonnenstraße unterspült, Keller und Tiefgaragen sind voll gelaufen. Ein 40 Zentimeter dickes Rohr war gegen ein Uhr nachts geplatzt. Mehrere Läden, eine Tanzschule, ein Club und das Goethe-Institut wurden von den fünf Millionen Litern Wasser teils zerstört und überflutet.

Über die Ursache wurde viel spekuliert. Möglicherweise waren Erschütterungen durch Straßenverkehr schuld. Ein defekter Hydrant habe die Überschwemmung ausgelöst – ein Gerücht. Bestätigen wollte es niemand.

Schadensursache im SWM Werkstofflabor analysiert

Die Stadtwerke München haben das gebrochene Rohr genau untersucht und die Ergebnisse am Dienstag präsentiert. Demnach war Korrosion verantwortlich für den Wasserrohrbruch. Kleine Initialstellen hätten für einen grofßlächigen Schalenbruch am Rohr gesorgt, heißt es im SWM-Bericht.

Die Spekulationen über Erschütterungen im Straßenverkehr, die Das Rohr haben bersten lassen, ließen sich teilweise bestätigen "Eine zusätzliche langjährige äußere Krafteinwirkung, u. a. durch die darüberliegende, stark befahrene Straße, hat in Kombination mit seiner Teilbettung auf Beton zum Anriss des Graugrußrohres aus den 50/60er Jahren geführt".

Noch bei der letzten Rohrnetz-Überwachung im Januar 2011 seien keinerlei Auffälligkeiten dedektiert worden, schreiben die SWM.

 Anders als von vielen eingeschätzt spielte der Frost beim Schaden in der Sonnenstraße keine Rolle. Die Trinkwasser-Versorgungsleitungen liegen in einer Tiefe von ca. 135 bis 180 Zentimetern. Frost gab es ist in diesen Tiefen in München noch nie, berichten die SWM. Ebenso konnten die SWM bisher keine Häufung von Schäden bei einset-zender Erwärmung und bei auftauenden Böden feststellen.

Tatsächlich frostgefährdet seien allerdings Wasserleitungen in den Hausinstallationen der Kunden, wenn diese nicht entsprechend dagegen geschützt werden. "Hier kommen in Frostperioden relativ häufig Schäden vor"

In den Sonnenstraße ist inzwischen die Schadensregulierung angelaufen. Ein von der SWM beauftragter Gutachter kümmere sich um die Betroffenen. "Die Schäden werden erfasst und im Fall einer positiven Prüfung von den SWM ersetzt. Die Höhe des Gesamtschadens steht noch nicht fest", heißt es von den Stadtwerken.

 

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