Alter, Helmpflicht, Fahrverbote E-Scooter in München: Was Fahrer der Tretroller beachten müssen

E-Tretroller: In München sieht man sie jetzt an vielen Ecken. Foto: dpa/Sina Schuldt

Die Elektro-Roller scheinen in München immer beliebter zu werden. Aber wie alt muss man als Fahrer eigentlich mindestens sein – und wo und wie schnell darf man fahren? Die Antworten auf die wichtigsten Fragen.

 

München - Die neuen Elektro-Tretroller fahren gefühlt schon massenhaft durch München, viele Menschen flitzen mittlerweile mit den Scootern durch die Stadt. Aber natürlich gibt es auch hier Regeln und Kontrollen. Der Überblick:

In München haben die vier Verleiher der E-Tretroller nach Angaben des Kreisverwaltungsreferats (KVR) eine freiwillige Selbstverpflichtungserklärung unterschrieben. Diese regelt beispielsweise, dass jeder Anbieter vorerst 1.000 Roller pro Tag im Stadtgebiet innerhalb des Mittleren Rings aufstellen darf.

An einem Standort dürfen nicht mehr als drei Roller auf einmal angeboten werden und wenn sie auf dem Gehweg parken, müssen mindestens 1,60 Meter frei bleiben. Für das Parken tabu sind die Fußgängerzone, Grünanlagen sowie Brücken. Falsch geparkte Scooter müssen die Anbieter innerhalb von 24 Stunden einsammeln.

E-Scooter: Fahrverbot auch in der Fußgängerzone

Fahrverbote gelten unter anderem in der Fußgängerzone, auf städtischen Friedhöfen oder im Alten Botanischen Garten. Auch an ausgewählten weiteren Orten gibt es Fahrverbotszonen. Eine Karte der Stadtverwaltung zeigt, wo das Fahren erlaubt ist.

Eine Art elektronischer Zaun, das sogenannte Geo-Fencing, soll dabei helfen, dass diese Regeln eingehalten werden. Fährt ein E-Scooter in einen gesperrten Bereich, erkennt das ein Sensor und das Fahrzeug geht automatisch aus. 

Weil das Ordnungsamt zudem nicht alle Falschparker im Auge haben kann, hat die Stadt eine E-Mail-Adresse eingerichtet, an die Bürger Verstöße melden können.

Circ, einer der Anbieter in München, betont etwa, dass er mit der Stadt zusammenarbeiten wolle und Mitarbeiter ungenutzte Roller rund um die Uhr entfernen würden.

Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung: Mindestalter von 14 Jahren

Der Fachverband für Fußverkehr in Deutschland hat Zweifel, ob solche freiwilligen Vereinbarungen reichen. "Es fehlt eine gesetzliche Vorschrift, dass Städte bestimmen dürfen, wo E-Tretroller stehen sollen", sagte der Sprecher des Verbandes, Roland Stimpel. In Berlin beobachte er täglich, dass die Kontrollen nicht funktionierten. "Dort herrscht Anarchie auf den Straßen." In München hat die Polizei unterdessen schon viele E-Scooter-Fahrer aus dem Verkehr gezogen.

Keine Helmpflicht auf dem E-Tretroller

Denn für E-Scooter gelten die gleichen Regeln wie beim Autofahren. Ab 0,5 Promille handelt es sich um eine Ordnungswidrigkeit, ab 1,1 Promille ist es eine Straftat.

Die Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung, die am 15. Juni in Kraft getreten ist, regelt zudem Tempo 20 als Maximum. Fahren auf den Gehwegen ist nicht erlaubt. Es gilt die Versicherungspflicht und ein Mindestalter von 14 Jahren. Die Anbieter im Verleih geben allerdings ein Mindestalter von 18 Jahren an.

E-Tretroller: Viele Fahrer sind beim Fahren unsicher

Der Verordnung zufolge besteht keine Helmpflicht. Experten raten dennoch, zum eigenen Schutz einen Helm zu tragen.

Das Fahren mit dem E-Scooter sieht oft einfacher aus, als es ist. Manche Versicherer sind skeptisch. "Wie schon beim Pedelec zu beobachten, sind die Benutzer völlig ungeübt mit dem neuen Gefährt und seinen fahrdynamischen Eigenschaften", heißt es bei der Allianz.

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