Alles im grünen Bereich? Altstadt-Lehel: Gesundheitsreferat soll Strahlenbelastung messen

Mobilfunkantennen auf einem Wohnhaus. (Symbolbild) Foto: imago/Future Images

Der Bezirksausschuss Altstadt-Lehel will die Folgen der vielen Handys untersuchen und fordert eine exakte Messung der Handystrahlung.

Altstadt/Lehel - Der Bezirksausschuss (BA) Altstadt-Lehel fordert das Referat für Gesundheit und Umwelt (RGU) dazu auf, die exakte Mobilfunkstrahlung in der Innenstadt baldmöglichst messen zu lassen. Am Dienstagabend entschied das Gremium mit deutlicher Mehrheit, den Vorschlag des BA-Vorsitzenden Wolfgang Neumer anzunehmen. So soll geklärt werden, ob sich die Strahlung im gesetzlich vorgeschriebenen Rahmen hält.

Neumer ist ausgebildeter Elektrotechniker und plante schon seit längerem, mithilfe des BA die Stadt zu dieser Messung zu veranlassen. "Allein in den 16 Jahren, die ich im BA aktiv bin, wurden über 200 Sendeanlagen in der Innenstadt aufgestellt", erklärte Neumer im Vorfeld der BA-Sitzung der AZ gegenüber, "doch man sieht sie nirgends. Da frage ich mich, wo die alle stehen, etwa versteckt auf Bodenhöhe?"

Neumer hofft auf Messung innerhalb von drei Monaten

Nach einer Anfrage der AZ wurde zudem klar: Die exakte Anzahl der Sendeanlagen in München kennt weder die Stadt – obwohl sie diese bewilligen muss – noch das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS). Regelmäßige Messungen führt das BfS bundesweit nicht durch, lediglich vereinzelte.

Neumer hofft nun, dass eine klärende Messung innerhalb der nächsten drei Monate stattfindet. Die Münchner scheint das Thema zu beschäftigen. "Ich bekam nach dem Artikel in der AZ Dutzende Anrufe aus der Bevölkerung", so BA-Chef Neumer, "sie bedankten sich. Manche waren sehr besorgt um ihre Gesundheit. Schließlich nutzen wir die Geräte ja alle."

Mit 20 bis 50 Watt senden Mobilfunkmasten laut Neumer. "In unmittelbarer Nähe kann das schon unangenehm werden. Ein Handy darf maximal mit zwei Watt arbeiten", so der BA-Chef, "man merkt ja, wie warm das Ohr wird, wenn man länger telefoniert." Ein Vergleich: Mikrowellen arbeiten mit ähnlichen hochfrequenten, elektromagnetischen Feldern, aber deutlich intensiver. Die Geräte erhitzen Nahrung mit 500 bis 2.500 Watt.

 

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