Allein 13.000 freie Stellen in Oberbayern Auszubildende händeringend gesucht

Viele Betriebe in Bayern tun sich schwer, Azubis zu finden. Foto: dpa

Eigener Nachwuchs ist bei den Betrieben gewünsch wie nie, doch es gibt viel zu wenige Bewerber für die freien Ausbildungsstellen in Bayern.

 

München - Wenige Monate vor dem Beginn des neuen Lehrjahres zeichnet sich in Bayern wieder ein massiver Mangel an Auszubildenden ab. Allein in Oberbayern sind derzeit noch rund 13 000 Lehrstellen frei, nur 9000 Bewerber sind noch auf der Suche. "Der Kampf um Azubis verschärft sich", erklärte die Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern am Montag. "Die Betriebe wollen angesichts der guten Wirtschaftslage und des drohenden Fachkräftemangels eigenen Nachwuchs ausbilden, es fehlen aber immer häufiger die Bewerber", sagte IHK-Präsident Eberhard Sasse.

Zu den Gründen für den Mangel an Auszubildenden gehört neben dem demografischen Wandel auch der Trend zu Abitur und Studium, unter dem die Lehrberufe leiden. Um die Lücke zu schließen, forderte Sasse ein Bleiberecht von mindestens fünf Jahren für junge Asylbewerber, die eine Lehre absolvieren. Damit könnte ein Flüchtling eine dreijährige Ausbildung beginnen und anschließend mindestens zwei Jahre in dem betreffenden Betrieb bleiben. Derzeit besuchten rund 2000 jugendliche Asylsuchende eine Berufsschulklasse zur Berufsvorbereitung. "Viele Unternehmen sehen in diesem Personenkreis eine große Chance." Aber noch scheiterten viele an mangelnder Planungssicherheit und der Bürokratie.

 

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