Alle schwärmen vom Japaner 1860-Torschütze Osako: Yuya Superstar!

Tor Osako! So gut führte sich der neue Löwen-Stürker Yuya Osako gegen Düsseldorf ein. Foto: Sampics

Sportchef Florian Hinterberger vom TSV 1860 München spricht schon von einem "Japan-Hype" um Yuya Osako. Hier reden Mitspieler, Ex-Legenden, Trainer und Fans über den neuen Löwen-Stürmer.

 
München - Das Versprechen gilt noch. Nach seinem ersten Tor gibt's Sushi – so kündigte es Christl Estermann, die Inhaberin des Löwen-Stüberls, an.

Gleich in seinem ersten Pflichtspiel für die Löwen traf Yuya Osako zur Führung beim 1:1 gegen Fortuna Düsseldorf. Und so wird Anfang der kommenden Woche auf Japanisch im Stüberl serviert, "für die ganze Mannschaft und die Trainer", wie Estermann verrät.

Der Trainer? Freut sich. "Das Tor macht er super. Ich glaube, er wusste selbst gar nicht, wie groß der Druck war, der auf ihm lastete", sagt Friedhelm Funkel. Und Olaf Bodden, von 1994 bis 1998 erfolgreicher Löwen-Stürmer, sagt: "Genau da muss er stehen. So einen Mann hat 1860 dringend benötigt. Man hat ja in der Vergangenheit gesehen, wie ungefährlich die Löwen vor dem Tor waren."

Der Japaner, der in der Winterpause für 500.000 Euro von den Kashima Antlers kam, sorgt jetzt schon für Furore. "Wir haben hier ja schon einen Japan-Hype, und ich glaube, dass es eine noch größere Welle geben könnte", meint Sportchef Florian Hinterberger.

"Yuya hat gegen Düsseldorf gezeigt, welche Qualitäten in ihm stecken. Er braucht noch ein wenig Zeit, um sich an den Fußball hier zu gewöhnen. Aber es gefällt mir sehr, wie er sich auf dem Platz zur Wehr setzt."

Noch haben die Löwen mit 19 erzielten Toren den zweitschlechtesten Wert der gesamten Liga. Das soll sich mit Osako ändern. "Das Spiel ist hier in Deutschland anders als in Japan. Aber ich habe schon Spaß daran gefunden, hier zu spielen. Auch wenn ich mich noch verbessern muss", sagt der japanische Stürmer, der im Sommer für seine Nationalmannschaft in Brasilien spielen möchte.

Damit auch das klappt, geben sich die Löwen alle Mühe. Moritz Volz hat ihm aus London, die zweite Heimat des Außenverteidigers, bereits japanische Süßigkeiten mitgebracht. "Noch ist mein Japanisch aber nur so gut wie Yuyas Deutsch. Aber ein wenig verstehen wir uns schon", sagt Volz.

In der Kabine am Trainingsgelände sitzt Osako deshalb extra neben Volz. In der Allianz-Arena kümmert sich der dortige Sitznachbar Guillermo Vallori um ihn.

"Wir müssen verstehen, dass er von einem anderen Kontinent kommt. Das Tor hilft ihm sehr, das hat für ihn viel Druck weggenommen. Das Wichtigste ist aber: Er muss viel lachen. So integriert man sich am schnellsten. Deshalb machen wir viele Späße mit ihm."

Kim Dämpfling, sein persönlicher Dolmetscher, ist für Osako eine riesige Hilfe. "In der Halbzeit haben wir unsere Anweisungen von Kim übersetzen lassen", sagt Vallori. "Einige Fußball-Begriffe kennt er auch schon. Und viele Schimpfwörter, die haben wir ihm auch schon beigebracht", erklärt Vallori schmunzelnd.

Osako ist der Grund dafür, dass die Euphorie im Löwen-Umfeld nach dem ernüchternden Unentschieden noch nicht komplett abgeebbt ist. Zu groß ist die Hoffnung, die die Fans in ihn stecken. "Er ist ein toller Kerl", sagt Edel-Fan Roman Wöll. "Ein fleißiger Spieler, der sich nicht hängen lässt."

 

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