Alle Betroffenen stabil Fünfter Coronavirus-Patient wird in Schwabing behandelt

Im Klinikum Schwabing werden aktuell fünf Coronavirus-Patienten behandelt. Foto: Sven Hoppe/dpa

Zwei weitere Menschen in Bayern haben sich mit dem Coronavirus infiziert. Beide sind Mitarbeiter von Webasto und hatten engen Kontakt mit einem Kollegen. Einer der Patienten wird im Klinikum Schwabing behandelt.

 

Starnberg/Traunstein - Die Firma Webasto meldet zwei weitere Fälle von mit dem Coronavirus infizierten Mitarbeitern. Damit erhöht sich die Anzahl der ingesamt in Bayern Infizierten auf sieben. Bei einem der neuen Fälle handelt es sich um einen chinesischen Mitarbeiter der Firma. Auch er wird im Klinikum Schwabing behandelt. Er ist damit der fünfte Coronavirus-Patient, der in Schwabing versorgt wird.

"Wir stehen in engem Austausch mit nationalen und internationalen medizinischen Experten von Universitäten und der WHO", sagt Prof. Dr. med. Clemens Wendtner von der Klinik für Infektiologie an der München Klinik Schwabing. Der neue Patient zeigt demnach bislang lediglich leichte Symptome, die vier anderen Patienten sind aktuell weitestgehend symptomfrei. "Alle Patienten bleiben weiterhin zur klinischen Beobachtung bei uns", sagt Wendtner weiter.

Coronavirus: Klinik Schwabing kann Kapazitäten erhöhen

Die Klinik in Schwabing könnte die aktuellen Kapazitäten im Bedarfsfall auch noch weiter aufstocken. "Dann hätten wir bis zu 30 Betten in Schwabing für die Versorgung von Corona-Virus Patienten zur Verfügung. Diese Betten sollten aber ausschließlich für bestätigte Coronavirus-Patienten vorgehalten werden", sagt Prof. Wendtner.

Beide jetzt positiv getesteten Kollegen waren vor ihrer Erkrankung im persönlichen Austausch mit den bereits bekannten infizierten Mitarbeitern. Laut LGL handelt es sich bei dem jetzt neu bestätigten Fall um einen Mann aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck.

"Wir sind mit allen unseren betroffenen Mitarbeitern im Austausch. Die zwei jetzt positiv Getesteten befinden sich in stationärer Behandlung in Kliniken im Landkreis Traunstein beziehungsweise Schanghai. Wir wünschen ihnen und ihren Familien alles Gute und eine baldige Genesung", erklärt Dr. Holger Engelmann, Vorsitzender des Vorstands, Webasto SE.

Kind von Webasto-Mitarbeiter mit Coronavirus infiziert

Auch ein Kind eines Webasto-Mitarbeiters ist mit dem Corona-Virus infiziert, wie das bayerische Gesundheitsministerium am Freitag in München mitteilte. Somit ist zum ersten Mal in Deutschland ein Familienmitglied eines schon Infizierten erkrankt. Der Mann habe drei Kinder im Alter zwischen einem halben Jahr und fünf Jahren. Details wurden mit Verweis auf den Schutz der Familie nicht bekanntgegeben.

Mögliche Personen, die länger Kontakt mit den Familienmitgliedern hatten, würden derzeit ermittelt. Der Kindergarten, in dem das infizierte Kind war, bleibt den Angaben zufolge zunächst geöffnet. Zunächst werde ermittelt, ab wann das Kind infektiös war. Man wisse, wann es das letzte Mal im Kindergarten war - und wenn sich das überschneidet, wolle man mit der Einrichtung und den Eltern reden, wie weiter vorgegangen wird.

Acht Coronavirus-Fälle - Betroffene in stabilem Zustand

Alle Betroffenen befinden sich nach Angaben von Ärzten derzeit in einem stabilen gesundheitlichen Zustand, wie das Ministerium weiter mitteilte. Die Tests von weiteren Personen, die ebenfalls bei Webasto in Gauting-Stockdorf (Landkreis Starnberg) arbeiten, brachten bis zum Freitagabend (Stand 20.00 Uhr) keinen weiteren positiven Befund. Insgesamt 122 Menschen wurden negativ getestet.

"Die bisher ermittelten Kontaktpersonen sollen sich häuslich isolieren und sich mit Angaben zu ihrem Gesundheitsstatus fortlaufend beim Gesundheitsamt melden", erklärte der Sprecher. Am Donnerstag hatte das Ministerium von 110 Kontaktpersonen gesprochen.

Fünfter Coronavirus-Fall wurde am Donnerstagabend bekannt

Das bayerische Gesundheitsministerium hatte bereits am späten Donnerstagabend über die aktuelle Entwicklung bei dem neuartigen Coronavirus in Bayern informiert: Ein Ministeriumssprecher teilte in München mit, dass nach Angaben des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) ein zum Zeitpunkt fünfter Coronavirus-Fall in Bayern bestätigt wurde. Und auch, dass dieser fünfte Patient (ebenfalls ein Webasto-Mitarbeiter) im Landkreis Traunstein wohnt, war am Donnerstag bereits bekannt.

Der BR zitierte zudem Augenzeugen, nach deren Angaben er aus der Gemeinde Siegsdorf stammen soll. Der Mann sei von Menschen in Schutzanzügen abgeholt worden und ebenfalls andere Personen, darunter Kinder, mit denen er in Kontakt gekommen sein soll. 

Ob der Einsatz des BRK, der am Abend in Siegsdorf stattgefunden hat, möglicherweise in einem Zusammenhang mit dem nun neuen Fall steht, wollte auf AZ-Anfrage bei der Polizei und beim Bayerischem Roten Kreuz am Freitag zunächst niemand kommentieren. Beim Polizeipräsidium Oberbayern Süd und beim BRK-Kreisverband Traunstein verwies man unterdessen auf das Gesundheitsministerium, das im Laufe des Freitags noch weitere Informationen mitteilen will.

Testung von Webasto-Mitarbeitern geht laufend weiter

Bei den vier bereits zuvor bekannt gewordenen Fällen handelt es sich um drei Männer und eine Frau.

"Die Testung der derzeit insgesamt ermittelten 110 Kontaktpersonen aus der Firma geht laufend weiter. Die bisher ermittelten Kontaktpersonen sollen sich häuslich isolieren und sich mit Angaben zu ihrem Gesundheitsstatus fortlaufend beim Gesundheitsamt melden", hieß es am bereits Donnerstag laut Mitteilung.

Coronavirus in Bayern: Klinik-Kapazitäten werden geprüft

Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml hatte zudem betont: "Das bayerische Gesundheitsministerium hat auch die niedergelassenen Ärzte in Bayern über den Umgang mit Verdachtsfällen bei einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus informiert. Die entsprechenden Schreiben haben wir am Mittwoch an die Kassenärztliche Vereinigung und die Bayerische Landesärztekammer geschickt."

Die Ministerin ergänzte: "Außerdem haben wir vorsorglich alle Krankenhäuser in Bayern darum gebeten, sich auf die Aufnahme von begründeten Verdachtsfällen und Patienten mit einer bestätigten Infektion vorzubereiten. Ferner haben wir geprüft, in welchem Umfang auch Kapazitäten zur Behandlung von erkrankten und Verdachtspersonen in Krankenhäusern im Großraum München zur Verfügung stehen."

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