Albert Ostermaier die liebe des torwarts zum elfmeter oder: ode an manuel neuer

Zwischen Kind und Titan - so beschreibt Ostermaier Bayern-Keeper Manuel Neuer. Foto: dpa

Dass seine Bayern alle Finals im Mai verloren haben, hat Albert Ostermaier erst recht angetrieben. Für die AZ hat der preisgekrönte Dichter eine Ode an Manuel Neuer verfasst.

 

er ist das auge des orkans
das schwarze loch zwischen
den schläfen das die kugel
mit einem lächeln lässig
schluckt in aller ruhe
teilt er den sturm mit seinen
händen ein kind mit den
armen eines titans ein titan
mit dem übermut eines kindes
steht er an der mittellinie
wie auf dem zehnmeterbrett
die zehen in der gegnerischen
hälfte des lebens hört er die
fahnen klirren im wind ach
wie gut dass niemand weiss
dass er jede ecke erahnen
wird ein seher des unerwarteten
wartet er ab bleibt stehen hat
die höhe nicht zu fallen steht
als bliebe die zeit mit ihm
stehen die sekunde stürzen
zu sehen da das schicksal
einen bogen um ihn gemacht
hätte er zeigt der angst die
kalte schulter und das blatt
das ihn verwundbar hält
sich wenden könnte bliebe er
nicht stehen jetzt doch er steht
noch immer wie eine eins damit
die null nicht kippt wenn einer
feig den ball in die mitte chippt
er bringt den elfmeter auf den
punkt da es kein zurück gibt
du oder ich ein gestiefelter
kater der die zauberer vom
löwen zur maus schrumpft
und will doch nur spielen

 

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