Aktiver Artenschutz Wildblumenwiese in Untermenzing: Wo Mohn Bienen erfreut

Matthias Grandl (l.) hat seinen Acker zu Verfügung gestellt, Thomas Aumer hat Wildblumen darauf gepflanzt. Foto: Hartmann

Eine Hausmeisterfirma hat einen Acker mit Blumen bepflanzen lassen – das soll aktiv beim Artenschutz helfen.

 

Untermenzing - Über zwei Meter recken sich die Sonnenblumen in die Höhe, die "Wildblumenwiese" in der Behringstraße in Untermenzing kann sich wirklich sehen lassen. Eine bunte Mischung der verschiedenen Blumen findet sich hier, neben den Sonnenblumen zum Beispiel auch Mohn und Klee. An den Blüten tummeln sich Bienen, Hummeln und Schmetterlinge.

"Alles begann mit dem Bürgerbegehren, 'Rettet die Bienen' Anfang des Jahres", erzählt Thomas Aumer, einer der Initiatoren des Projekts "Snack Bee". Sein Arbeitgeber, die Bayern Facility Management (BayernFM), engagiert sich stark beim Klimaschutz und hat seine Mitarbeiter sogar dafür bezahlt, in der Stadt für das Bürgerbegehren zu werben. Das war ein großer Erfolg, doch Aumer und seinem Team genügte das nicht. Sie nehmen den Kampf gegen das Bienensterben nun selbst in die Hand.

Blumen statt Weizen

"Erst wollten wir Bienenstädte errichten", erklärt er, "aber eine Umsiedelung kann Bienen mehr schaden, als es ihnen nützt". Deswegen haben sie andersrum angefangen, indem sie erst Lebensraum geschaffen und dann darauf gehofft haben, dass sich die Bienen von alleine ansiedeln. Dafür wurde ein Feld von Matthias Grandl, einem Landwirt in Untermenzing, angemietet und im April statt mit Weizen mit Blumen bepflanzt.

Damit die Bienen auch weitere Strecken zurücklegen können, bräuchte es aber noch mehr Felder. Auch darüber hat sich BayernFM Gedanken gemacht. Die Lösung: kleine Säckchen mit einem Samen-Mix, mit dem man rund zehn Quadratmeter Wiese mit Wildblumen bepflanzen kann. Die verteilen sie an Kunden – und haben einen Wettbewerb ins Leben gerufen. Wer eine Blumenwiese pflanzt, kann ein Foto davon machen und an BayernFM senden. Das schönste Bild gewinnt einen Preis.

Die Wiese ist auch PR

Dass das ganze eine Marketing-Aktion ist, von dem sowohl BayernFM als auch der Untermenzinger Landwirt Grandl profitieren, darum machen sie keinen Hehl .Natürlich steht vor der Blumenwiese ein großes Schild mit ihren Logos, die Samensäckchen sind mit ihrem Schriftzug bedruckt. "Aber es ist eben Win-Win-Win", meint Matthias Grandl, "Nicht nur wir haben etwas davon, auch die Umwelt profitiert."

"Vor allem junge Leute begeistert das Projekt", berichtet Aumer, "Viele haben das Gefühl machtlos zu sein und für Umweltschutz nichts unternehmen zu können, die Blumenwiese ist ein sichtbarer Erfolg."

Zum Ende des Jahres werden die Blumen vergehen. Dann wird Grandl die Blumen kleinschreddern, die Zellulose mit dem Mulcher mit der Erde vermischen. Dadurch entsteht Hummus: Eine fruchtbare Grundlage, auf der nächstes Jahr dann die Wiese von Neuem entsteht.

 

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