Aktion von "Fahr' scheinfrei" Kostenloser Nahverkehr? Verwirrung bei der Münchner U-Bahn

Die Verantwortlichen von "Fahr' scheinfrei" haben in der Nacht auf Donnerstag etliche Fahrkartenautomaten mit einem gefälschten "MVA"-Aushang überklebt, in dem über eine kostenlose Testphase des ÖPNV informiert wurde. Foto: Alexander Heinl/dpa/Fahr scheinfrei/AZ

In der vergangenen Woche hatte die MVG mit den eisigen Temperaturen zu kämpfen. Nun bereiten ihr die Macher der Kampagne "Fahr' Scheinfrei" mit einer ungewöhnlichen Boykott-Aktion die nächsten Probleme.

 

München - Am Freitagmorgen fanden viele Nutzer der öffentlichen Verkehrsmittel augenscheinlich außer Kraft gesetzte Ticketautomaten an etlichen Münchner U-Bahnstationen vor.

"Im Rahmen der Kampagne "Fahr' Scheinfrei" testen wir derzeit einen kostenlosen und damit fahrscheinfreien ÖPNV (Öffentlicher Personennahverkehr, d. Red) für alle Menschen", stand auf einem Zettel, der über die Anzeige des Automaten geklebt wurde. Was scheinbar als neues Angebot der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) deklariert wurde, stellte sich in Wahrheit jedoch als eine irre Boykott-Aktion der Macher der Ticket-Gegner heraus.

Beim schnellen Hinsehen fällt der Schwindel nicht auf. Das "Informationsschreiben" ist im gleichen Design wie die Aushänge der MVG gestaltet. Sogar das Münchner Kindl, welches immer wieder in kleinen Info-Videos in der U-Bahn zu sehen ist, ist auf dem Zettel abgebildet. Es ist durchaus vorstellbar, dass einige Münchner und vor allem Touristen beim Blick auf den Automaten wirklich dachten, dass die MVG einen kostenlosen Nahverkehr testen möchte.

Das Ziel der Macher: Der kostenlose ÖPNV

Die Kampagne "Fahr' Scheinfrei" gründete sich Ende Januar diesen Jahres. Ziel der Macher ist es, einen fahrscheinfreien öffentlichen Personenverkehr in München und Umgebung durchzusetzen. Dies ist den Organisatoren zufolge notwendig, um einen Ausschluss und eine Kriminalisierung von Menschen, die sich Fahrkarten nicht leisten können, zu vermeiden.

Dazu rufen die Initiatoren jedoch dazu auf, ohne gültiges Ticket zu fahren. Fahrgäste sollen die öffentlichen Verkehrsmittel also illegal benutzen. "Wenn diesem Aufruf genug Menschen folgen, sind Kontrollen schließlich unmöglich und die MVG, ebenso wie die Politik wären gezwungen, dem Willen der Menschen nach einem fahrscheinfreien ÖPNV zu entsprechen", so die anonymen Gründer der Kampagne.

Erstes Aufsehen erregten die Macher bereits mit einer Aktion Anfang Februar, als sie gefälschte Fahrscheine verteilten. (AZ berichtete)

 

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