Aktion am Rosenheimer Platz Ein vergoldetes Zimmer als Protest gegen die Wohnungsnot

Das vergoldete Zimmer von Nabil Henid am Rosenheimer Platz. Der Künstler will damit gegen die Wohnungssituation in München protestieren. Foto: Peter Kneffel/dpa

17 Quadratmeter für 1150 Euro Kaltmiete: Normal für Münchner Preise? Der Münchner Künstler Habil Henid protestiert mit dieser Anzeige gegen die Wohnungsnot - das entsprechende Zimmer ist vergoldet.

 

Haidhausen - Mit einem vergoldeten Zimmer will der Künstler Nabil Henid ein Zeichen gegen Wohnungsnot in München setzen. "Viele können sich die Mieten nicht mehr leisten, kleine Geschäfte müssen schließen. Die Entwicklung ist sehr problematisch", sagte der Münchner Künstler der Deutschen Presse-Agentur.Fünf Tage lang hat der 48-Jährige zusammen mit Freunden das Zimmer in einer gold schimmernden Folie eingewickelt: Nun glänzen und schimmern Regal, Bett und Schreibtisch um die Wette.

Am Eingang prangt eine fiktive Wohnungsanzeige: Das 17 Quadratmeter kleine Zimmer sei für schlappe 1150 Euro Kaltmiete zu haben; die Miete steige vierteljährig. Haustiere, Raucher, alte Menschen, Kinder und Studenten seien ebenso unerwünscht wie Musik und Lebensfreude. "Es entstehen Stadtviertel ohne Herz und Seele", kritisiert Henid. "Aber wer möchte in so einem München leben?"

Am Ende gibt es eine Abrissparty

Den Raum für das "Zeitalter goldener Immobilien" stellt Ignaz Vogl zur Verfügung. "Es schaut fantastisch aus, besonders nachts", schwärmt der Eigentümer. Das vergoldete Zimmer lockt zahlreiche Zuschauer an; mit so viel Aufmerksamkeit hatte der Künstler nicht gerechnet: "Ich glaube, mein Projekt ist ein gutes Ventil".

Das Bernsteinzimmer glänzt noch bis zum Wochenende vom 8. und 9. April. "Zum Abschied will ich eine Performance organisieren. Ich habe schon viele Ideen für die Abrissparty", verrät der Künstler.

 

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