Aktion am Königsplatz Erinnerung an die Bücherverbrennung

Jedes Jahr erinnert der Künstler Wolram P. Kastner an die Bücherverbrennungen. Foto: Institut für Kunst und Forschung

Brandfleck und Dauer-Lesung: Am Königsplatz hat der Aktionskünstler Wolfram P. Kastner wieder an die Bücherverbrennungen durch die Nazis 1933 erinnert.

 

Maxvorstadt - Mit einer Dauerlesung und einer Kunstaktion hat der Münchner Küßnstler Wolfram P. Kastner am vergangenen Wochenende wieder an die Bücherverbrennungen der Nazis 1933 erinnert. Am historischen Ort der Bücherverbrennung brachte Kastner am Königsplatz wieder einen Brandfleck an. Prominente lasen anschließend aus Büchern von Autoren, deren Werke damals verbrannt wurden.

Der Königsplatz wurde für die Dauer der Lesung in Elisabeth-Castonier-Platz umbenannt. Die Schriftstellerin schrieb das Buch „Stürmisch bis heiter“ und musste vor den Nazis fliehen, auch ihre Bücher wurden verbrannt. Auf dem Platz wurde außerdem ein 20 Meter langes Transparent mit dem Satz von Heinrich Heine "Dort wo man Bücher verbrannt, verbrennt man auch am Ende Menschen" aufgestellt.

Von 11 bis 18 Uhr folgte dann eine Dauer-Lesung unter dem Motto „Die Waffen nieder“, dem Titel des Romans von Bertha von Suttner, dessen Warnung vor Krieg und Waffengewalt 1933 ebenfalls verbrannt wurde.

Der Dramaturg der Kammerspiele Matthias Günther las einen sehr eindringlichen Text aus Leonhard Franks Roman „Der Mensch ist gut“, die Regionalbischöfin Breit-Keßler las von Erich Kästner Texte gegen Krieg, Helmut Ruge las Erich Mühsam „Das Kriegslied“ und „Das Wiegenlied“. Mehrmals wurde aus Remarques großem Antikriegsroman „Im Westen nichts Neues“ zitiert. Erstmals lasen außerdem Schauspieler des Münchner Volkstheaters sowie Professoren und Studenten der Münchner Hochschule.

Seit 1995 erinnert Wolfram Kastner mit einem Brandfleck und einer Lesung auf dem Königsplatz an die verbrannten Autoren. Insgesamt kamen fast hundert Leser und 1000 Zuhörer.

 

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