Aktenzeichen XY Spezial - Wo ist mein Kind? "Aktenzeichen XY" sucht Peggy und Inga

Die Sondersendung "Aktenzeichen XY Spezial - Wo ist mein Kind?" beschäftigte sich am Mittwochabend mit Fällen vermisster Kinder und Jugendlicher. Foto: dpa

Wo ist die fünfjährige Inga? Diese Frage beschäftigt seit Wochen die Polizei. Die Sondersendung "Aktenzeichen XY Spezial - Wo ist mein Kind?" bittet in dem Fall erneut um Hinweise. Aber auch andere Kinder und Jugendliche werden vermisst.

Köln - Noch immer fehlt jede Spur von der seit vier Wochen vermissten Inga (5) aus Stendal in Sachsen-Anhalt. Direkt nach Ingas Verschwinden hatte die Polizei tagelang mit mehr als 1000 Beamten und Helfern ein 3500 Hektar großes Waldgebiet rund um Wilhelmshof durchkämmt. Dabei waren Hubschrauber und spezielle Fährtenhunde im Einsatz. Die Suche wurde nach vier Tagen ergebnislos eingestellt. Das jetzige Waldstück grenzt an den früheren Suchradius an, war bisher laut Polizei jedoch nicht durchsucht worden.

Die Ermittler baten mit bundesweit aufgehängten Plakaten, Fernsehauftritten und einer eigens eingerichteten Webseite die Öffentlichkeit um Mithilfe. Mehr als 1000 Hinweise gingen laut Polizei bisher ein. Zuletzt lobten die Ermittler am Dienstag 25 000 Euro Belohnung für den entscheidenden Tipp zu Ingas Verbleib aus.

Nun hat auch die Sendung "Aktenzeichen XY" erneut um Hinweise gebeten.

So wird Inga beschrieben

• ca. 1,20 Meter groß / schlanke Gestalt / zarter Körperbau

• blaue Augen / zarte, helle Augenbrauen und lange Wimpern

• blond bis mittelblond

• zwei obere vordere Zähne fehlen, unten schon zwei neue Zähne vorhanden

• geflochtene Zöpfe mit leuchtend neongelben Haargummis

• mintfarbenes Langarm-Shirt mit aufgedrucktem Schmetterling, auf den Schultern Rüschen

• Schuhe: in dunklem Pink von „Elefanten“ mit zwei Klettverschlüssen

Lesen Sie auch: Polizei sucht vermisste Inga in Wald bei Stendal

In Deutschland werden jedes Jahr 100.000 Kinder und Jugendliche als vermisst gemeldet. Nach Angaben des Bundeskriminalamtes galten am 1. April 620 Kinder und 2654 Jugendliche als vermisst. Gut 99 Prozent tauchen spätestens nach ein paar Tagen wohlbehalten wieder auf. In den seltensten Fällen verliert sich ihre Spur wie im "Fall Inga".

Wer Hinweise zu dem Fall hat soll sich an die jeweiligen Behörden wenden oder die kostenlose Hotline für vermisste Kinder anrufen: 116 000

 

Der Fall Peggy

Auch der Fall Peggy wurde in der Sendung behandelt. 2001 kam Peggy in Lichtenberg nicht von der Schule nach Hause. Seitdem fehlt jede Spur von ihr. Dass sie noch lebt, glaubt eigentlich niemand mehr. Doch was mit ihr passiert sein könnte - auch darüber gibt es keine Gewissheit. Eine Leiche wurde nie gefunden. Ihr Verschwinden ist einer der größten ungelösten Kriminalfälle.

Kurz nach dem Verschwinden der Schülerin begann eine großangelegte Suchaktion. Sogar Bundeswehr-Tornados waren im Einsatz. Hundertschaften der Polizei durchkämmten die Wälder rund um Lichtenberg. Vergeblich. 2002 präsentierten die Ermittler den geistig behinderten Ulvi K. als Tatverdächtigen. Er habe Peggy ermordet, um zu vertuschen, dass er sie sexuell missbraucht hatte. 2004 wurde er als Peggys Mörder verurteilt. Inzwischen wurde er jedoch im Zuge eines Wiederaufnahmeverfahrens freigesprochen.

In den vergangenen beiden Jahren gab es eine Reihe spektakulärer Untersuchungsaktionen der Polizei, um das Verschwinden der Schülerin doch noch aufzuklären. Zuletzt wurde im Frühjahr in einer Talsperre in Sachsen nach Peggys Schulranzen gesucht. Die Polizei räumte dabei unumwunden ein: Erfolgschancen hatte die Aktion mit Tauchern der Bereitschaftspolizei eigentlich nicht. Aber man wollte sich nicht vorwerfen lassen, eine Spur außer Acht gelassen zu haben.

Immerhin hatte in den Monaten nach Peggys Verschwinden ein Zeuge gesagt, eine Schultasche in der 40 Kilometer von Lichtenberg entfernten Talsperre gesehen zu haben. Damals suchten die Ermittler aber nur am Ufer. «Wir mussten das jetzt nochmals überprüfen, hatten aber nicht mit einem Fund gerechnet», sagte Oberstaatsanwalt Potzel.

2013 war die Polizei fast eine Woche lang damit beschäftigt, ein Anwesen in Lichtenberg zu durchsuchen - sogar im Garten wurde gegraben. Die Ermittler fanden zwar Knochenreste, sie stammten aber nicht von Peggy. Ebenso erfolglos blieb eine Grabungsaktion am Lichtenberger Friedhof Anfang 2014. Zwischenzeitlich waren ehemalige Bekannte der Familie Peggys aus Halle/Saale ins Visier der Fahnder geraten, doch auch diese Spur brachte keinen Durchbruch. Sie gelten inzwischen nicht mehr als Verdächtige.

Hinweise an die Kripo Bayreuth 0921 506 1414

Er verhielt sich merkwürdig: die Suche nach Lars

Der 28-jährige Lars Mittank aus Marne verschwand Anfang Juli 2014. Mittank befand sich zu diesem Zeitpunkt mit zwei Freunden im Urlaub in Bulgarien. Während des Aufenthalts wird Mittank von Unbekannten angegriffen und verletzte sich am Ohr. Aufgrund der Verletzung kann er am Tag der Abreise nicht mit seinen Freunde zurückfliegen. Ein Arzt stellt einen Trommelfellriss fest und verschreibt Mittank Antibiotika.

Der 28-Jährige checkte daraufhin in einem Hotel ein. Am selben Abend meldet er sich jedoch bei seiner Mutter und gibt an, dass das Hotel "komisch" ist. Mitten in der Nacht verlässt er das Gebäude und begibt sich zum Flughafen.

Mittank sucht aufgrund seiner Verletzung einen Flughafenarzt auf. Der Arzt stellt beim Patienten ein unruhiges Verhalten verlässt. Mitten in der Besprechung verlässt der 28-Jährige den Raum und verschwindet.

Möglicherweise waren die Antibiotika für sein ungewöhnliches Verhalten verantwortlich.

Von zu Hause weggelaufen: Wo ist Luljeta?

Luljeta Tahiri ist seit über einem Jahr verschwunden. Die 13-Jährige traf sich privat mit einem türkischen Mann auf Facebook. Eines Tages wandte sich die Familie des Mannes an Luljetas Eltern und verkündete, dass die beiden heiraten wollen. Luljetas Familie verweigerte die Ehe.

Luljeta lief daraufhin weg und tauchte ein paar Tage später bei der Polizei wieder auf. Sie behauptete, von ihren Eltern geschlagen worden zu sein. Daraufhin übergaben die Beamten das Mädchen an das Jugendamt.

Luljeta blieb dort einige Tage, bis sie eines Tages wieder wegläuft. Seitdem ist sie verschwunden.

Christopher James Miles

Seit 2010 ist C.J. Miles verschwunden. Der damals 28-Jährige stammt aus Nottingham und arbeitet zum Zeitpunkt des Verschwindens in Zell am See (Salzburger Land) als Wanderführer und Skilehrer. Am 31. Juli 2010 fuhr Miles einige Hotelgäste nach Rupolding. Nachdem er die Touristen absetzte, verschwindet er.

Bei Miles wurde Depressionen und starke Stimmungsschwankungen festgestellt. Behörden vermuten unter anderem einen Suizid.

 

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