Airbus Airbus erwartet deutlichen Auftragsrückgang

Nach einem weiteren Rekordjahr erwartet der europäische Flugzeugbauer Airbus für 2012 einen deutlichen Auftragseinbruch.

 

Paris - Konzernchef Thomas Enders rechne für das kommende Jahr nur mit rund 550 Bestellungen, berichtete die "Financial Times Deutschland" (Dienstag) unter Berufung auf Aussagen des Deutschen bei einem Investorentreffen in London. Dies wäre nur etwa ein Drittel von dem, was 2011 verbucht worden sei. Airbus will das laufende Jahr mit mehr als 1500 Neuaufträgen abschließen.

Bei der Investorenkonferenz vor Weihnachten hatte Enders einen "großen Abschwung" bei den Neubestellungen von Flugzeugen angekündigt. Eine genaue Prognose sei schwierig, er gehe aber davon aus, dass der Auftragseingang in etwa auf dem Niveau der Produktion liege, sagte der Manager. Angesichts des Auftragsbestands von zuletzt rund 4500 Fliegern habe der zu erwartende Rückgang allerdings kaum eine Bedeutung und sei nicht alarmierend.

Enders bezeichnete Bestellzahlen auf dem Niveau von 2011 sogar als nicht wünschenswert. "Wir würden uns selbst in ernsthafte Schwierigkeiten bringen", sagte der Chef der EADS-Tochter mit Blick auf die derzeitigen Produktionskapazitäten. Mit dem derzeitigen Auftragsbestand ist Airbus nach eigenen Angaben für die kommenden acht Jahre ausgelastet. "Das Limit ist nicht der Himmel, sondern die Zulieferkette", so Enders.

Einen Auftragsboom bescherte Airbus zuletzt vor allem die spritsparende Neuauflage des Kassenschlagers A320. Rund ein Jahr nach der Vorstellung der A320neo liegen Bestellungen und Vorverträge für mehr als 1400 Exemplare des Fliegers vor. Dank neuer Triebwerke und abgeknickter Flügelspitzen soll die neo 15 Prozent weniger Treibstoff verbrauchen als die alte A320. Die erste Maschine soll im Herbst 2015 ausgeliefert werden.

Einen detaillierten Jahresausblick will Airbus am 17. Januar in Hamburg vorlegen. Mit Spannung wird erwartet, ob der Zeitplan für den neuen Langstreckenflieger A350 erneut modifiziert werden muss. Nach jüngsten Angaben soll die erste Maschine 2014 ausgeliefert werden. Ähnlich wie Konkurrent Boeing bei seinem 787 "Dreamliner" setzt Airbus bei der A350 auf Kohlefaser-Verbundstoffe. Boeing hatte beim "Dreamliner" wegen technischer Probleme mehr als drei Jahre Verspätung und milliardenschwere Mehrkosten eingefahren.

 

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