Afghanistan Elf Tote bei Anschlägen in Afghanistan

Mindestens acht Zivilisten und drei Isaf-Soldaten sind bei Anschlägen in Afghanistan nahe der Hauptstadt Kabul ums Leben gekommen.

 

Kabul - Bei neuen Anschlägen in Afghanistan sind mindestens acht Zivilisten und drei Soldaten der Internationalen Schutztruppe Isaf ums Leben gekommen.

Die Afghanen starben, als ihr Bus am Dienstag nahe der Hauptstadt Kabul von einem Sprengsatz getroffen wurde, wie die Polizei mitteilte. Sieben weitere Insassen seien verletzt worden. Den Angaben zufolge wurde der mutmaßliche Bombenleger von Sicherheitskräften festgenommen.

In der Ostprovinz Kapisa starb ein französischer Gebirgsjäger bei einem Gefecht mit Aufständischen. Zwei Soldaten wurden verletzt, als sie mit Raketen und Gewehren beschossen wurde, wie die Regierung in Paris mitteilte. Bei weiteren Zwischenfällen im Süden des Landes kamen nach Isaf-Angaben vom Dienstag zwei Nato-Soldaten ums Leben.

Bei einem Bombenanschlag auf einen Stützpunkt des US-Militärs wurden zudem 13 Menschen verletzt, darunter zwei Amerikaner. Wie die Polizei mitteilte, war der Sprengsatz auf einem Kies-Lastwagen versteckt, der kurz zuvor in das Lager in der Provinz Logar gefahren war. Die Explosion sei vom Fahrer ausgelöst worden, der getötet worden sei. Die Isaf erklärte dagegen, der Anschlag habe sich vor der Basis ereignet. Die Taliban bekannten sich zu der Tat.

Auch politisch ist Afghanistan in der Krise. Verteidigungsminister Abdul Rahim Wardak trat am Dienstag zurück. Damit folgt er einem Misstrauensvotum des Parlaments, das sich am Samstag für die Entlassung Wardaks und des Innenministers Bismillah Mohammadi ausgesprochen hatte. Präsident Hamid Karsai hatte die Entscheidung akzeptiert. Wer das wichtige Verteidigungsressort übernehmen wird, war zunächst unklar.

Der getötete Gebirgsjäger ist der 88. französische Soldat, der in Afghanistan ums Leben kam. Die Bundeswehr verlor bislang 52 Einsatzkräfte, 34 davon bei Gefechten oder Anschlägen. Nach Angaben des unabhängigen Internetdienstes icasualties.org wurden seit Jahresbeginn mehr als 270 Nato-Soldaten am Hindukusch getötet. Seit Einsatzbeginn 2001 starben insgesamt über 3100 ausländische Soldaten.

Die Nato benannte unterdessen einen neuen zivilen Vertreter für Afghanistan. Wie das Bündnis mitteilte, wird der niederländische Diplomat Maurits Jochems den Posten im Oktober übernehmen. Seine Hauptaufgabe wird es sein, die Übertragung von Sicherheitsaufgaben an die afghanischen Stellen voranzutreiben. Die meisten der von der Nato geführten knapp 130 000 Soldaten sollen Ende 2014 das Land verlassen.

 

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