Affäre Wulff Wulffs Sprecher Glaeseker von dienstlichen Pflichten entbunden

Die Aufgaben des Sprechers von Bundespräsident Christian Wulff werden ab sofort kommissarisch von Petra Diroll wahrgenommen. Foto: dpa

Der Sprecher des Bundespräsidenten, Olaf Glaeseker, ist von seinen dienstlichen Aufgaben entbunden worden. Der Bundespräsident wird um 15:30 Uhr vor die Presse treten.

Berlin - Diese Entscheidung hat der Chef des Bundespräsidialamtes, Lothar Hagebölling, getroffen, wie das Amt am Donnerstag in Berlin mitteilte. Die Aufgaben des Sprechers von Bundespräsident Christian Wulff werden demnach ab sofort kommissarisch von Petra Diroll wahrgenommen.

 

Glaeseker hat dem Vernehmen nach selbst um seine Entlassung gebeten. Das verlautete am Donnerstag aus dem Umfeld des Präsidialamtes. Im Zuge der Berichterstattung über den Privatkredit und die privaten Urlaubsreisen Christian Wulffs habe sich abgezeichnet, dass sich die Erörterung nun auch auf das Privatleben Glaesekers ausweite. Auch zum Schutz seiner Familie sei Glaeseker nicht bereit gewesen, eine solche öffentliche Erörterung seines Privatlebens hinzunehmen.

Bundespräsident Christian Wulff will sein Schweigen in der Kreditaffäre brechen. Das Bundespräsidialamt kündigte für Donnerstag nachmittag (15.30 Uhr) eine Erklärung an. Wulff will sich im Großen Saal von Schloss Bellevue äußern.

Wulff sieht sich seit über einer Woche mit Vorwürfen wegen eines Hausdarlehens und zu enger Kontakte zu vermögenden Unternehmern konfrontiert. Am Donnerstag machte das Magazin „Der Spiegel“ weitere Einzelheiten des Kredits öffentlich. Danach bekam Wulff den Kredit für sein Eigenheim von 500 000 Euro bei der BW-Bank zu auffallend günstigen Konditionen.

Wulff habe – nach der Ablösung des Kredits beim Unternehmerpaar Geerkens – bei der BW-Bank keinen normalen Immobilienkredit erhalten, sondern ein komplexes Finanzkonstrukt.

 

7 Kommentare