AEV-Manager Fedra im Interview "Manche Dinge sind komplett weg"

Auf dem Weg zurück ins Leben: Max Fedra, der Manager der Augsburger Panther. Foto: az

AZ: Grüß Gott, Herr Fedra! Das Wichtigste vorweg: Sie hatten Anfang Oktober einen Herzinfarkt, lagen danach im künstlichen Koma – wie geht es Ihnen jetzt?

 

MAX FEDRA: Mei, alles in Ordnung. Ich war nach dem Infarkt bis Donnerstag in einer Rehaklinik in Burgau. Jetzt bin ich wieder zu Hause, muss aber noch weiter ambulant behandelt werden. Das geht irgendwann im Februar los in Pasing. Dort muss ich ein neuro-psychologisches Training absolvieren, also Merkfähigkeit, Konzentration und Orientierung trainieren. Das Hirn ist halt teilweise geschädigt. Ich kann mir das immer noch nicht vorstellen. Man denkt, dass man doch ein gutes Gedächtnis hat und auch normal reden kann.

Sie haben an diesem Tag das Bewusstsein verloren und lagen danach einige Tage im künstlichen Koma.

Ich war noch in der Früh im Stadion (in Augsburg, d.Red.), bin dann nach Hause gefahren. Da hat es mich dann umgehauen. Von diesem Moment an weiß ich nichts mehr. Den Rest hat mir meine Frau erzählt. Sie hat den Notarzt gerufen, mein Nachbar hat mich reanimiert – das war mein großes Glück.

Können Sie sich an die Tage zuvor erinnern?

Ich kann mich sogar an etliche Wochen vor dem Infarkt nicht mehr erinnern. Ich habe mich aber auch noch nicht damit befasst, ob es so etwas wie einen Auslöser gab. Die Saison muss wohl wie immer im September angefangen haben, davor war wohl Vorbereitung. Aber manche Dinge sind eben komplett weg.

Sie sind Manager des DEL-Klubs Augsburger Panther. Dass die Anteilnahme dort groß sein würde, war klar. Doch aus der gesamten Sportwelt kommt Zuspruch. Wie sehr hilft Ihnen das, zurück zu kommen?

Das ist schon toll, ich war ja lange im Eishockey tätig. Im Geschäft habe ich viel erlebt, war bei vielen Klubs. Trotzdem will ich mich jetzt erst einmal erholen. Die Therapie scheint das Wichtigste zu sein im Moment.

Welche Konsequenzen ziehen Sie nach dem Herzinfarkt, zumal Sie bereits vor einem Jahr wegen eines Burnout-Syndroms ausfielen?

Ich habe mir das Rauchen abgewöhnt. Früher habe ich drei Schachteln am Tag geraucht. Ich habe aber auch kein Bedürfnis mehr danach. Die Ärzte raten mir auch dazu, wegen der Medikamente, die ich einnehmen muss. Ansonsten muss ich ab sofort einfach kürzer treten.

Verfolgen Sie derzeit eigentlich noch den sportlichen Werdegang Ihrer Panther?

Zuletzt wieder mehr, aber auch erst, seitdem es mir besser geht. Jedoch schaue ich mir nur die Ergebnisse an, von allem anderen raten mir die Ärzte noch ab. Vor einiger Zeit hat mich das Ganze auch gar nicht interessiert, da musste ich mich auf die Reha konzentrieren.

Ihr Posten als Manager der Panther wurde nicht neu besetzt. Dort hofft man weiter auf Ihre Rückkehr.

Der AEV steht zu mir! Präsident Lothar Siegl hat mir das immer wieder versichert. Er sagt immer, ich muss jetzt auf mich aufpassen. Man muss das jetzt alles abwarten, vielleicht schaue ich am Sonntag gegen Ingolstadt mal vorbei. Dann sage ich den Mitarbeitern in der Geschäftsstelle zumindest mal wieder „Grüß Gott“.

 

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