Ärztepfusch TKK-Statistik: 528 Mal falsch behandelt

528 Mal falsch behandelt: Eine Statistik der TKK deckt die Fehler eines Jahres auf – die Dunkelziffer ist höher

 

München - Jeder macht mal Fehler im Job. Nur hat das bei manchen Berufen drastischere Folgen als bei anderen – bei Ärzten oder Pflegekräften etwa. Gestern hat die Techniker Krankenkasse dazu eine Statistik veröffentlicht.

528 Behandlungsfehler in Kliniken deckte der medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) demnach in Bayern auf – allein im vergangenen Jahr auf. Davon kam es zu 156 Fällen in der Orthopädie, 93 bei der Pflege der Patienten, 60 in der Chirurgie, 31 in der Gynäkologie und 24 in der Geburtshilfe.

Insgesamt seien im Jahr 2011 mehr als 1800 Behandlungsfehlervorwürfe vom MDK geprüft worden, teilte die TK mit. Die häufigsten Ursachen für Behandlungsfehler sind demnach falsches Therapiemanagement, Fehler beim therapeutischen Eingriff und Dokumentationsmängel.

„Die anerkannten Fälle sind nur die Spitze des Eisbergs“, sagt Christian Bredl, Leiter der TK in Bayern. Er fordert, die medizinische Versorgung durch eine offene Fehlerkultur sicherer zu machen. Und er plädiert dafür, Patienten systematisch in die Fehlerprävention einzubinden. „Studien haben gezeigt, dass sich die medizinische Versorgung verbessert, wenn Patienten ermutigt werden, ihren Arzt vor der Behandlung zu fragen, ob er sich die Hände gewaschen oder weshalb sich die Farbe ihrer Pillen geändert hat.“

Im Rahmen von Patientenschulungen fördert die TK seit 2009 die Souveränität ihrer Versicherten bei der medizinischen Versorgung.

 

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