Ärger um Parkplätze Stadt München baut E-Ladesäulen in Ramersdorf wieder ab

Die Ladestationen in der Hofangerstraße. Foto: B. Wackerbauer

Nach den Protesten von Händler und Kunden baut die Stadt München in Ramersdorf drei E-Ladesäulen wieder ab. Die hatten sich beschwert, weil Kurzzeitparkplätze wegfielen.

München - Seit Mai 2018 stehen drei Ladesäulen an der Perlacher Hofangerstraße 84. Vier E-Autos können hier Strom tanken. Bis jetzt – denn die Stadt baut zwei der Säulen wieder ab. Vor der kleinen Ladenzeile an der Einmündung der Berger-Kreuz-Straße in die Hofangerstraße gibt es vier Parkplätze. Die Kunden der Apotheke, des Schreibwarenladens oder des Friseurs können diese aber nur nutzen, wenn sie ein Elektroauto fahren.

Im Mai 2018 haben die Stadtwerke München (SWM) im Auftrag der Stadt dort die drei E-Ladestationen errichtet, parken dürfen hier seitdem nur noch E-Autos. Im Viertel hat das für Ärger gesorgt, weil Fahrer von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor nicht mehr wie gewohnt auf den Parkplätzen vor den Geschäften anhalten konnten. Die CSU-Stadträtinnen Beatrix Burkhardt und Ulrike Grimm nahmen sich des Streit-Themas an. Sie beantragten im Juli 2018, die Ladestationen zu verlegen und wieder normale Kurzzeitparkplätze auszuweisen.

Drei Ladesäulen werden abgebaut

Die Stadtverwaltung hat nun tatsächlich mitgeteilt, dass zwei der drei Ladesäulen abgebaut und stattdessen wieder Parkplätze für alle eingerichtet werden. Weil der Stadtrat beschlossen hatte, im Rahmen der Luftreinhaltung und des Klimaschutzes bis Ende dieses Jahres 550 öffentliche E-Ladestationen in München zu errichten, gingen die damit beauftragten SWM auf Standortsuche und wählten Ende 2017 die Hofangerstraße 84 aus. Von hier sollte das östliche Ramersdorf versorgt werden. Der Einzugsbereich umfasst immerhin rund 5.000 Einwohner und 2.500 Kraftfahrzeuge. Allerdings – zum 30. Juni 2018 gab es dort lediglich 0,4 Prozent Elektroautos, das sind gerade mal zehn Fahrzeuge. Die Stadt rechnet jedoch "mit schnell zunehmender Anzahl".

Jetzt werden also zwei Zapfsäulen für diese zehn E-Mobile abgebaut. Günstig ist das nicht, wie die Stadtwerke mitteilen: "Zu den bereits angefallenen Kosten für die Standortertüchtigung kommen die Rückbaukosten für zwei Ladesäulen hinzu." Die könnten zwar anderweitig verwendet werden, der Rückbau müsse aber vom Budget für den Gesamtausbau der Münchner Ladestationen abgezogen werden, "was letztlich zur Reduktion des geplanten Ziels von 550 Ladesäulen führen könnte".

 

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