Ärger um Gutscheine Schlechte Restaurants: Die Wut auf Groupon

Auf Groupon beworben - dabei ist es längst pleite: Das Restaurant "À la Gréce" in der Maxvorstadt. Foto: az

Das Internetportal hat Gutscheine für ein Pleite-Restaurant verkauft – und hat auch mit vielen anderen schlechten Lokalen der Stadt kooperiert. Leser und Kunden sind sauer.

 

MÜNCHEN -Spitzenküche verdient einen Stern – jedenfalls in der Gastronomie. In Internet-Bewertungsportalen aber ist ein einziger Stern kein Zeichen für Qualität. Das kriegen nur schlechte Restaurants.

In München gibt es viele solcher Ein-Sterne-Lokale – sagen jedenfalls Gäste, die dort essen waren und später die Lokale auf Webseiten wie Restaurant-Kritik.de, Tripadvisor.de oder Qype.de bewerten. Liest man die Kritiken der schlechtesten Restaurants der Stadt, fällt auf: Sehr viele Gäste waren Kunden von Groupon.

Am Mittwoch berichtete die AZ über das Internet-Portal. Es hatte ein All-you-can-eat-Menü für 17,90 Euro im griechischen Restaurant „À la Gréce“ in der Luisenstraße verkauft. Da war das Lokal aber schon pleite.

Danach meldeten sich dutzende Leser bei der AZ – mit teilweise harter Kritik. Die zeigt: Viele sind mit Groupon in München höchst unzufrieden – auch im Netz.

Über einen Inder in Steinhausen schreibt „meiertm“ auf Qype: „Ich war mit einem Groupon-Gutschein für 37 Euro da. Vier Gänge waren versprochen. Das Essen hatte etwas von einem Seniorenheim. Es war eine Frechheit.“

User „Schandi37“ schreibt auf Qype über einen Italiener in Haidhausen: „Das Essen ist von der Qualität und der Art der Präsentation eine absolute Frechheit. Bei dem sogenannten Fischgang war ich nahe dran, das Gesundheitsamt zu verständigen.“ Ein weiterer Kunde schreibt auf Restaurant-Kritik über einen Inder in Laim: „Das ganze Lokal machte einen eher dreckigen Eindruck“, steht da. Und: „So schlecht wie hier war es noch nie.“

Katastrophale Wertungen – oft mit Hinweis auf Groupon. Werden die Kunden des Portals etwa schlechter behandelt? Oder arbeiten leere Restaurants mit der Firma zusammen, um Kunden anzulocken?

Auf AZ-Anfrage weist eine Mitarbeiterin der Groupon-Pressestelle erstmal auf das „strenge Qualitätsmanagement“ des Unternehmens hin. Alle Restaurants würden von Außendienstmitarbeitern geprüft – und es gebe ja auch „viele Restaurants, bei denen es sehr gut läuft.“ Mit den oben kritisierten Restaurants arbeite man derzeit nicht zusammen. Trotzdem tauchen einige nach wie vor auf der Internetseite auf.

Sollte ein Kunde nicht zufrieden sein, „kann er sich jederzeit an unseren Kundenservice wenden“. Ob unzufriedene Kunden dann ihr Geld zurückbekommen, werde „individuell“ geprüft.
Nicht nur Restaurant-Besucher sind mit manchen Groupon-Angeboten unzufrieden. AZ-Leser Manfred Nehmer (51) wollte im Januar seine Wohnung von einer professionellen Putzfirma putzen lassen – und kaufte ein Angebot für 22 Euro.

Die Putzfirma antwortete zwei Tage lang nicht auf seine Anrufe, sagt Nehmer. Als er zur angegebenen Adresse nach Schwabing fuhr, war keiner da – die Chefin war bereits Ende 2011 weggezogen. „Das Geld habe ich anstandslos von Groupon zurückbekommen“, sagt Nehmer. Enttäuscht sei er trotzdem: „Das war ein Gutschein ins Nichts.“
 

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