Ärger an der Maximiliansbrücke Aufgang von der Praterinsel: Diese Treppe ist kein Witz

So soll die neue Treppe zur Praterinsel aussehen. Im Viertel wird das Projekt kritisiert, denn für den Aufgang müssen viele, alte Bäume fallen. Foto: Petra Schramek, Visualisierung: Staatliches Bauamt München 2

Der geplante Aufgang von der Praterinsel zur Maximiliansbrücke polarisiert. Im Viertel herrscht zum Teil Verständnislosigkeit – und es gibt Ärger, weil bis zu 14 Bäume gefällt werden müssen. Und auch nicht barrierefrei gebaut wird.

 

München - Seit etwa drei Jahren arbeiten einige Verwaltungs-angestellte des Landtags auf der Praterinsel nahe der Maximiliansbrücke. Täglich gehen sie bis zu fünf Mal zum Maximilianeum und zurück. Obwohl ihr Büro direkt an der Brücke steht, ganz nah am Landtag, müssen sie einen Umweg gehen, bis zur Praterwehrbrücke, an der Steinsdorfstraße entlang wieder nach Norden – und rechts abbiegen Richtung Maximilianeum. Ergebnis: etwa 300 Meter Umweg.

Das soll sich noch 2019 ändern. Dann wird die vom Freistaat geplante Treppe mit etwa 30 Stufen stehen, die einen direkten Weg, fast sieben Meter hoch zur Brücke ermöglicht. Sie ersetzt dann eine marode, gerade nicht nutzbare Treppe.


Maroder "Treppenwitz": die momentanen Stufen zur Praterinsel. Foto: Petra Schramek

"Mindestens 130.000 Euro wird das Projekt kosten", sagt ein Sprecher des Landtags. Der Landesdenkmalschutz hat auch keine Bedenken. Doch einige Stadtpolitiker sind skeptisch.

Kritik an geplantem Aufgang von der Praterinsel

"So eine Treppe wird ja nicht von heute auf morgen geplant", sagt Andrea Stadler-Bachmaier (Grüne), stellvertretende Vorsitzende des Bezirksausschusses (BA) Altstadt-Lehel, "ein wenig überrumpelt fühlt man sich da schon, wenn vollendete Tatsachen vorgestellt werden." Sie hätte sich mehr Mitsprache für den BA erhofft. Doch für das Projekt an sich hat sie Verständnis: "Klar, die Treppe wird die Arbeit der Landtags-Mitarbeiter vereinfachen, außer Frage."

Drastischere Worte findet ihr Parteikollege Peter Hörauf, Baumschutzbeauftragter des BA: "Ich finde das unverhältnismäßig, vor allem wenn so viele Bäume gefällt werden müssen", sagt Hörauf, "und dann ist dieser Aufgang nicht einmal barrierefrei." Dennoch möchte er sich die Details des Bauprojektes genauer ansehen, um die Lage vollständig einschätzen zu können. Doch seine Sorgen sind groß: "Ganz in der Nähe, an der Schwindinsel, gibt es eine Fischtreppe. Und die Treppe zur Brücke wird mehr Menschen zur Praterinsel locken. Das könnte die Tiere massiv stören", sagt Hörauf.

Bäume müssen für die Treppe gefällt werden

Auch Wolfgang Püschel, Vorsitzender des Unterausschusses Planen, Bauen, Wohnen, trauert um einige der todgeweihten Bäume. "Manche haben einen Umfang von 1,50 Meter", sagt Püschel, "es dauert einige Jahrzehnte, bis die versprochenen Ersatzpflanzungen einen ähnlichen Umfang haben werden." Der Zweck des ganzen Projektes erschließt sich ihm nicht vollumfänglich. Für einen Treppenwitz hält er das Ganze zwar nicht, wirkt aber frustriert: "Ich werde das in der BA-Sitzung am Dienstagabend zur offenen Diskussion stellen. Letztlich wird es wieder so sein, dass Baurecht das Baumrecht bricht."

 

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