ADAC-Alternative "Wir sind die Guten": Wie das ADAC-Desaster einem kleinen Verein nutzt

Michael Haberland, Präsident von "Mobil in Deutschland e.V." Foto: Mobil in Deutschland e.V.

Mitgliederzuwachs und freche Sprüche: Nach den Skandalen beim ADAC reibt sich ein Münchner Verein die Hände

 

 MÜNCHEN Für den ADAC war die vergangene Woche die schlimmste in seiner Geschichte. Für den Münchner Automobilclub „Mobil in Deutschland e. V.“ war es die beste. „Es melden sich zehn Mal so viele Mitglieder an wie sonst“, sagt Michael Haberland, Präsident des kleinen Vereins mit 2500 Mitgliedern. Er spricht von mehr als 100 Eintritten in den letzten Tagen.

Damit es noch mehr werden, geht der Club mit einem markigen Spruch in die Offensive: „Wir sind die Guten“, ist in großen Lettern in Anspielung auf die Verfehlungen des ADAC auf der Homepage von Mobil in Deutschland e.V. zu lesen. Die Idee dazu kam Haberland spontan, bei den ersten Tests war ihm ein Schmunzeln garantiert. Das will Haberland nun noch mehr Autofahrern entlocken, betont aber: „Das ist natürlich mit einem Augenzwinkern gemeint.“

Vollkommen ernst ist es ihm mit seinem Vorhaben, „eine echte Alternative“ zum großen ADAC zu sein. „Wir sind jung, modern, schlank aufgestellt und sehr günstig“, sagt Haberland, der selbst einmal ADAC-Mitglied war. 1992 gründete er dann den Verein „Mobil in München“ und machte mit Mobilitätsinitiaven von sich reden. 2009 entstand daraus Mobil in Deutschland e.V.

. Die Basis-Mitgliedschaft mit Schutzleistungen in Deutschland kostet 24 Euro im Jahr, beim ADAC sind es 49 Euro. Häufig scheint es aber nicht der Preis, der die Menschen ihre ADAC-Mitgliedschaft überdenken lässt. „Wir sind raus seit den Skandalen und suchen einen Ersatz“, heißt es in einer Anfrage an Haberland und Kollegen.

Ihnen jedenfalls kann das ADAC-Schlingern nicht unrecht sein. Deswegen wirbt der Verein offensiv: „ADAC-Alternative gesucht? Wir sind für Sie da!“

 

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