Acht Tage nach Erdbeben Nepal: Drei Menschen lebend aus Trümmern gerettet

Ein Helfer durchsucht die Trümmer nach dem schrecklichen Himalaya-Erdbeben. Foto: dpa

Das grenzt an ein Wunder! Acht Tage nach dem Himalaya-Erdbeben haben Rettungskräfte zwei Frauen und einen Mann lebend aus dem Trümmern geborgen.

 

Kathmandu - Acht Tage nach dem verheerenden Himalaya-Erdbeben sind drei Menschen nach Polizeiangaben lebend aus den Trümmern geborgen worden. Die zwei Frauen und ein Mann seien im Dorf Kerabari im Distrikt Sindhupalchowk verschüttet gewesen, sagte der örtliche Polizist Ram Bahadur Nepali der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag.

Erdbeben-Opfer weiter unter freiem Himmel - Rettungsteams zurück

Mehr als eine Woche nach dem verheerenden Himalaya-Erdbeben müssen viele Menschen in Nepal weiter unter freiem Himmel schlafen. Sie seien dringend auf gute Zelte und Werkzeuge zur Reparatur von Unterkünften angewiesen, teilte das UN-Büro für Katastrophenhilfe (Ocha) mit. Am Sonntag wurden die ersten Rettungsteams in Deutschland zurückerwartet. Unterdessen wurden zahlreiche im Himalaya-Gebirge festsitzende Touristen ausgeflogen. Auch vom Mount Everest zogen sich quasi alle Expeditionsteams zurück.

In den am schwersten betroffenen Distrikten Gorkha und Sindupalchowk seien bis zu 90 Prozent der Häuser zerstört worden, berichtete Ocha weiter. Diese bestünden meist aus Lehm und Steinen. In anderen Distrikten seien es 80 Prozent. Unterdessen stieg die Zahl der Toten nach dem Beben vom vergangenen Samstag allein in Nepal auf mehr als 6800. In Indien und China kamen zusammen 100 Menschen ums Leben.

Die Mitglieder des deutschen Einsatzteams sollten in Frankfurt auf ein Notfall-Nachsorge-Team treffen. Das sechsköpfige Team der Feuerwehrleute von @fire und ihre zwei Rettungshunde hatten in den Dorfregionen nordöstlich von Kathmandu nach Überlebenden gesucht. "Unser Team und unsere Spürhunde sind für die Rettung von Überlebenden ausgebildet, nicht für die Bergung von Toten", sagte ein Sprecher. Viele entlegene Dörfer seien nur in tagelangen Fußmärschen erreichbar. "Die Suche nach Überlebenden ist hoffnungslos."

Wer derzeit noch am Mount Everest sei, packe in den kommenden Tagen zusammen, sagte der belgische Bergsteiger Damien François der Deutschen Presse-Agentur aus dem Basislager. Das Lager sehe durch die Lawine aus "wie nach einem Tsunami". Derzeit räumten die wenigen verbliebenen Bergsteiger und ein Team der indischen Armee die Überreste zusammen, die durch die Druckwelle bis zu einen Kilometer weit geschleudert wurden.

Bei dem gewaltigen Erdbeben am vergangenen Samstag hatten sich im Mount-Everest-Massiv zahlreiche Lawinen gelöst. Dabei kamen mindestens 18 Menschen ums Leben. Die Regierung Nepals erklärte zunächst, den Berg von der Südseite nicht schließen zu wollen. China hingegen hatte schnell alle Klettertouren auf der Nordseite während der Frühlingssaison verboten.

 

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