Abseits der großen Touristenzentren Wandern und Natur erleben in Bella Italia

Grandiose Aussicht auf den Comer See in der Lombardei im Norden Italiens. Foto: GettyImages 484445760

2019 feiert Italien das „Jahr des sanften Tourismus“, das dem entschleunigten Reisen gewidmet ist und für einen Urlaub abseits der großen Touristenzentren steht. Der Trend reicht vom nachhaltigen Reisen bis hin zum „Green Tourism“ – also einem Aufenthalt in Kontakt mit Natur und Menschen, um das Ursprüngliche und Authentische kennenzulernen.

 

25 Nationalparks und etliche regionale Naturschutzgebiete bieten Touren abseits der Touristenpfade an, bei denen man Tier- und Pflanzenwelt kennenlernen sowie Trekking- und Mountainbike-Ausflüge machen kann.

Wer die Gegend erkunden und die Landschaft genießen will, kann von den Alpen bis zum Ätna auf zahlreichen Wegen wandern. Die Website www.turismo.beniculturali.it stellt über 40 Wege vor, die entlang kulturhistorisch bedeutender Orte führen, wie die Via Francigena (Frankenstraße), auf der jahrhundertelang nach Rom gepilgert wurde. Aber auch die antike Via Appia und literarische Wege, wie der „Cammino di Dante“ gehören dazu. Dieser verbindet die Orte, an denen der italienische Dichter Dante Alighieri lebte. Eine Wander- oder Pilgerreise zu Italiens landschaftlichen Schätzen ist immer auch eine Reise des Genusses. Es gibt von Norden nach Süden zahlreiche Schlemmerrouten und Weinstraßen wie die „Strada del Vino e dell’Olio“ an der Costa degli Etruschi in der Toskana oder die „Proseccostraße“ durch die sanften Hügel Venetiens.

Ein Ort der Ruhe: die Bucht Li Cossi an der Costa Paradiso in Sardinien.

Das orangefarbene Italien

Wer das authentische Italien entdecken will, kann sich an dem Siegel mit der orangefarbenen Fahne orientieren: Der Touring Club Italiano vergibt seit 20 Jahren die „Bandiera Arancione“ als Auszeichnung im Tourismus- und Umweltbereich an kleine, im Hinterland gelegene Dörfer (Borghi) mit bis zu 15 000 Einwohnern. Inzwischen sind es 227 Ortschaften, die das Qualitätssiegel tragen. Der Touring Club möchte mit der Auszeichnung, die von der Welttourismusorganisation anerkannt ist, einen Beitrag zur För- derung des sanften Tourismus leisten und die Aufmerksamkeit auf die abseits der Küste liegenden Schätze richten.

Charmante Schauplätze

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, Italien langsam zu bereisen, um Land und Leute kennenzulernen. Viele reisen auch nach Italien, um die über 1000 Borghi – die meist im Mittelalter rings um eine Burg entstanden sind – und deren ursprünglichen Charakter zu entdecken. In diesen charmanten Orten mit den Kopfsteinpflaster-Gassen und Steinhäusern ticken die Uhren oft noch langsam, und Traditionen sind hier genauso lebendig wie eine authentische Küche mit regionalen Produkten. Viele der Dörfer haben sich einem Qualitätstourismus verschrieben und bieten Besuchern Unterkünfte in restaurierten Gebäuden an, die früher keine touristische Funktion hatten. So kann man in ehemaligen Mühlen, Schlössern oder Klöstern übernachten oder in Gebäudekomplexen wie verlassenen Dörfern, die als „Albergo Diffuso“ dienen.

Weitere Informationen:

Italienische Zentrale für Tourismus: