Abschied von Nowitzki Olympiatraum für deutsche Basketballer vorbei

Bei der EM in Berlin verpassten die deutschen Basketballer um Altstar Dirk Nowitzki die sportliche Qualifikation für Rio. Foto: dpa

Die letzte Chance der deutschen Basketballer auf die Teilnahme bei Olympia ist vergeben. Der Weltverband FIBA entschied sich vor allem wegen sportlicher Kriterien gegen die Bewerbung des DBB um ein Qualifikationsturnier.

 

Mies - Die große Karriere von Dirk Nowitzki im Nationalteam ist beendet, der Traum von Olympia endgültig geplatzt: Der Deutsche Basketball Bund (DBB) scheiterte beim Weltverband FIBA mit der Bewerbung um ein Qualifikationsturnier für die Sommerspiele in Rio de Janeiro, es war die letzte Chance auf einen Startplatz.

"Wir dürfen nicht sauer oder enttäuscht sein. Wir haben es bei der EM in Berlin selbst verpasst", teilte Nowitzki in einer ersten Reaktion der Bild-Zeitung mit und bezog sich auf das sportliche Scheitern. "Wir werten dies nicht als eine Entscheidung gegen Deutschland. Die FIBA hat sehr fair, vor allem aber vollkommen transparent entschieden und dabei in erster Linie die sportlichen Kriterien berücksichtigt", betonte DBB-Präsident Ingo Weiss: "Wir können damit leben."

"Nächster Höhepunkt": Die EuroBasket 2017

Trotz großer Hoffnungen ging die Hintertür nach Brasilien nicht auf, das Exekutivkomitee des Weltverbandes gab Italien, Serbien und den Philippinen den Vorzug. Wie bei der EM-Vorrunde Anfang September sollte in Berlin gespielt werden, doch daraus wird nichts. Wenn es vom 4. bis 10. Juli um die letzten Tickets geht, ist die deutsche Mannschaft nicht dabei.

Wie Weiss nahm auch Bundestrainer Chris Fleming die Absage mit Fassung: "Es ist schade, dass der Olympia-Traum für dieses Mal geplatzt ist. Doch ich weiß, dass unsere Spieler bereits jetzt darauf brennen, in der EM-Qualifikation alles zu geben, um den nächsten Höhepunkt, die EuroBasket 2017 zu erreichen."

Es wäre Nowitzki´s zweite Olympia-Teilnahme gewesen

Das Exekutivkomitee der FIBA hat mit seiner Entscheidung eine Ära beendet. Nach 19 Jahren, 153 Länderspielen und zwölf großen Turnieren legt Nowitzki sein Trikot mit der Nummer 14 zur Seite. Die biologische Uhr tickt, es gibt keine Perspektiven mehr. Bei der EM 2017 geht es um Nichts, bei der WM 2019 wäre er 41 Jahre alt. Es ist Zeit für einen Schlussstrich.

Es war der 10. September 2015, als Nowitzki in der Arena am Ostbahnhof in der Hallenmitte stand, sich die Tränen aus den Augen wischte, den warmen Applaus genoss und sich vor dem Berliner Publikum verneigte. Es sah nach Abschied aus, als der Superstar nach dem EM-Aus vom Spielfeld schlich - und es war ein Abschied. Die Hoffnung auf seine zweite Olympia-Teilnahme war die letzte Motivation des NBA-Profis von den Dallas Mavericks für weitere Einsätze.

Nowitzki wurde zum Gesicht des deutschen Basketballs

Nowitzki hinterlässt eine Lücke - und tolle Erinnerungen. Etwa an die Bronzemedaille bei der WM 2002 in den USA, an Silber bei der EM 2005 in Serbien und natürlich an Peking, als er die deutsche Olympia-Mannschaft 2008 bei der Eröffnungsfeier als stolzer Fahnenträger anführte. Ein Meilenstein, nur vom Gewinn des NBA-Titels mit Dallas 2011 übertroffen.

Zuletzt lief es in der Nationalmannschaft enttäuschend, Nowitzki kann dennoch auf eine erfüllte Zeit zurückblicken. Nach seinem Debüt am 26. Februar 1998 in Portugal, als er das einzige Mal in seiner DBB-Laufbahn ohne Punkt blieb, stieg das Ausnahmetalent schnell zur Führungsfigur auf. Nowitzki wurde in Deutschland zum Gesicht seiner Sportart, geachtet von Fans wie Gegnern.

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Auch wenn der Abschluss unbefriedigend war, zumindest die Verabschiedung nach der entscheidenden Niederlage gegen den späteren Europameister Spanien (76:77) stimmte - die Erlebnisse von Berlin sind unvergesslich. "Es war nochmal eine Riesenerfahrung, zu Hause zu spielen", zog Nowitzki vor wenigen Monaten Bilanz. Sein erstes großes Turnier in der Heimat war auch sein letztes.

 

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