Abnehmen mit der AZ Zu soßig, zu salzig: Fettfallen in der Kantine

Zugegeben, diese Möhre wäre für ein Mittagessen zu wenig. „Aber als Snack ist sie super“, sagt Ernährungsberaterin Sophia Lichtenstein. Bei der Job-Diät gibt es dafür ein Rezept von Sebastian Dickhaut für grüne Frühlingsröllchen mit Reis Foto: Feindt/Loeper

Ob Gemüse in Buttersoße, Salate ertränkt im French Dressing oder Sahnequark mit Karamell: Beim Mittagessen gilt es einige Hürden zu überwinden – eine Ernährungsberaterin sagt wie

 

Für viele ist es ein Ritual: Pünktlich zur Mittagszeit treffen sich die Kollegen in der Kantine. Der neueste Klatsch wird ausgetauscht, vom letzten Urlaub erzählt – eine willkommene Ablenkung vom Büroalltag, aber auch eine Versuchung im Kampf gegen überflüssige Pfunde.


Kantinenessen hat nicht den besten Ruf: zu fettig, zu salzig, zu soßig, so lautet das gängige Vorurteil. Nicht ganz zu unrecht, wie auch die Münchner Ernährungsberaterin Sophia Lichtenstein meint, die zusammen mit dem renommierten Kochbuchautor Sebastian Dickhaut für die AZ die Job-Diät entwickelt hat. Wer auf seine Linie achten will, sollte in den mittäglichen Kantine-Momenten nicht alle guten Vorsätze fahren lassen.


Doch selbst, wer seinem Körper in Kantinen etwas Gutes tun will, tappt unbewusst in Dickmacher-Fallen. Das beginnt beim vegetarischen Beilagenteller: Gemüse wie Karotten, Bohnen oder Mais werden oft in reichlich Butter angebraten. „Eine echte Fettfalle“, sagt Ernährungsberaterin Lichtenstein. Und es ist nicht die einzige.


„Leider werden Hühnchen oder Fisch oft in fetten Soßen aus Sahne und Butter angeboten. Lassen Sie davon die Finger“, sagt Lichtenstein. Ihr Trick: „Fragen Sie beim Koch einfach nach, ob Sie Hühnchen oder Fisch nicht auch pur gebraten oder gedünstet haben können.“ Dazu ein Salat mit Hülsenfrüchten und ein Stück Vollkornbrot – das leichte Essen ist perfekt.


Von Sättigungsbeilagen wie Kartoffeln, Knödeln oder Nudeln rät Lichtenstein ab. „Kohlehydrate machen müde und träge“, sagt sie. Nicht nur deshalb sollte man mittags die Finger davon lassen. Sonst zieht sich der Nachmittag im Büro in die Länge – und der Zeiger auf der Waage schnellt daheim nach oben.


Wer nicht auf einen Nachtisch verzichten will, der sollte zu einem Stück Obst greifen. Auch wenn die Schokomousse und der Kaiserschmarrn als Nachtisch noch so lecker aussehen.
Es lohnt sich also genau hinzuschauen. Trotzdem würde Lichtenstein Kantinen keinesfalls verteufeln: „Viele Leute, vor allem Frauen, tendieren dazu, in der Gruppe weniger zu essen“, sagt sie. „Man ratscht und isst ganz automatisch langsamer. So wird man schneller satt.“ Das Sättigungsgefühl setzt nämlich erst nach etwa 20 Minuten ein. Bis dahin ist der Bürotratsch noch lange nicht zu Ende – und lenkt vom Hunger und vom Nachtisch ab.

 

0 Kommentare