Josef Wilfling erinnert sich Ex-Mord-Ermittler: "Moshammer war ein zerrissener Mensch"

Am 14. Januar 2005 wurde Rudolph Moshammer ermordet. Der ehemalige Chef der Münchner Mordkommission Josef Wilfling erinnert sich an den exzentrischen Münchner Modezaren.

 

Vor zehn Jahren wurde Rudolph Moshammer (1940-2005) brutal mit einem Kabel in seinem Haus im Münchner Nobel-Vorort Grünwald erdrosselt. Die Ermittlungen führte damals der ehemalige Chef der Münchner Mordkommission Josef Wilfling ("Unheil: Warum jeder zum Mörder werden kann"). Im Gespräch mit der Nachrichtenagentur spot on news erinnert er sich an das Doppelleben des exzentrischen Münchner Modezars.

 "Niemand kannte Moshammer wirklich"

"Aus meiner Sicht war er ein zerrissener Mensch", sagt Josef Wilfling im Gespräch mit spot on news über Rudolph Moshammer. Seiner Ansicht nach habe die Kunstfigur, die man aus der Öffentlichkeit kannte, nichts mit dem wahren Leben des Designers gemein gehabt. "Ehrlichgesagt glaube ich, dass gar niemand Moshammer wirklich kannte. Der hat allen etwas vorgespielt - seinem Hausarzt, seinem besten Freund, allen. Jedem etwas anderes", lautet Wilflings Einschätzung.

Es war Moshammers Doppelleben, das ihm zum Verhängnis werden sollte. Seine Homosexualität sei dabei jedoch keine Überraschung gewesen. "In seinem internen Kreis" habe er laut Wilfling "kein Geheimnis daraus gemacht. Woraus er schon ein Geheimnis gemacht hat, waren diese heimlichen, nächtlichen Fahrten durch die Bahnhofsgegend mit seinem Rolls Royce". Dort hatte er sich nämlich den Sex von jungen Männern erkauft. Eine Vorliebe von der die Öffentlichkeit erst nach seinem Tod erfuhr.

Sicherheitschef hat Moshammer gewarnt

Jedoch habe es auch ein paar Menschen gegeben, die "konkret davon gewusst haben". Zu diesem auserwählten Kreis habe "zum Beispiel sein Chauffeur und insbesondere sein Sicherheitschef" gehört. Der hatte ihn auch wiederholt "davor gewarnt, aber Moshammer hat sich nichts sagen lassen. Wie die meisten Menschen, die sich in diesem Milieu bewegen, war er der Meinung, ihm könne nichts passieren, weil er eine so gute Menschenkenntnis hat. Er könne genau einschätzen, ob einer gefährlich ist oder nicht." Diese Fehleinschätzung kostete Moshammer letztlich das Leben.

 

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