9. Spieltag 0:0 im Revierderby: Schalke verpasst Big Point gegen BVB

Dortmunds Achraf Hakimi (r) und Lukasz Piszczek (l) nehmen Schalkes Suat Serdar in die Zange. Foto: Guido Kirchner/dpa/dpa

Die Nullnummer zwischen Schalke und Dortmund im 95. Revierderby stellt keinen der Rivalen restlos zufrieden. Der BVB offenbart einmal mehr große spielerische Mängel. Schalke verpasst aufgrund seiner Abschlussschwäche einen Sprung nach vorn.

 

Gelsenkirchen - Alexander Nübel sprach nach der Nullnummer im prestigeträchtigen Revierderby gegen Borussia Dortmund das Manko des Gegners offen an.

"Es war schwierig für die Dortmunder, ein Tor zu schießen, weil keiner in der Box war, weil keiner in die Box wollte", sagte der Schalker Torhüter nach dem Remis in der Fußball-Bundesliga.

Unter dem Strich war Trainer David Wagner sehr einverstanden mit dem Auftritt seiner Elf vor 62.271 Zuschauern in der Veltins-Arena. Zwar wurde es nichts mit dem dritten Saison-Heimsieg, aber mehr als eine Stunde bestimmte sein Team das Geschehen klar. Allerdings fehlte Schalke das Abschluss-Glück bei zwei Aluminium-Treffern von Salif Sané (28.), dessen Kopfball an die Unterkante der Latte klatschte, und einem Schuss von Suat Serdar (34.) an den Innenpfosten. "Wir nehmen viel richtig Gutes aus dem Spiel mit, nur das Beste nicht, die drei Punkte", resümierte Schalkes Coach.

Die Dortmunder, die von den zurückliegenden acht Revierduellen nur eins gewannen, blieben dagegen fast alles schuldig was einen Titelaspiranten ausmacht. Einzig der ansonsten auch sehr fehlerhaft agierende Jadon Sancho sorgte mit drei Torschüssen (3., 53., 73.) für ein wenig Gefahr vor dem Schalker Tor.

Doch auch der nach einem grippalen Infekt genesene Hoffnungsträger Marco Reus, der beim 0:2 in der Champions League bei Inter Mailand am Mittwoch noch gefehlt hatte, konnte dem BVB-Spiel keine Struktur verleihen. "Das war ein sehr schweres Spiel für uns, weil Schalke sehr hoch gepresst hat. Es ist in den Zweikämpfen die beste Mannschaft der Bundesliga", befand BVB-Coach Lucien Favre, der in den kommenden Wochen noch viel Arbeit vor sich hat.

Ein Totalausfall war Mario Götze. Seit Anfang Oktober durfte der Ex-Weltmeister erstmals wieder von Beginn an ran, war in der Spitze aber kaum zu sehen und nicht in der Lage, den verletzten Stoßstürmer Paco Alcacer zu ersetzen. Zu allem Überfluss zog sich der 27-Jährige, der in der 57. Minute ausgewechselt wurde, eine Handverletzung zu und fuhr direkt zum Röntgen. Zumindest hier konnte Michael Zorc gut eine Stunde nach Spielende schon etwas Entwarnung geben. "Nach ersten Untersuchungen ist nichts gebrochen, aber wir müssen noch weitere Untersuchungen abwarten", sagte der BVB-Sportdirektor.

"Uns fehlt im Moment die Leichtigkeit. Aber die kann nur zurückkommen, wenn wir aggressiv sind und weiter hart an uns arbeiten", stellte Reus nach dem schmeichelhaften 0:0 fest. "Nach 55, 60 Minuten haben wir endlich Fußball gespielt und Chancen kreiert", sagte Favre, der bis zum Pokalspiel am Mittwoch gegen Borussia Mönchengladbach Lösungen finden muss, um das Offensivspiel zu beleben. "In der ersten Hälfte haben die Bewegung und die Durchschlagskraft gefehlt. Wir haben es nicht geschafft, unter Druck die Bälle zu halten", gestand der Schweizer, der kurzfristig den erkrankten Stammkeeper Roman Bürki durch Marwin Hitz ersetzen musste.

Tabellarisch hat sich für die Revierclubs nicht viel verändert. Dortmund liegt mit 16 Punkten zur zwei Zähler hinter dem FC Bayern, Schalke einen weiteren Punkt dahinter. Schalke-Kapitän Nübel findet, dass sich sein Team nach dem Dämpfer in Hoffenheim wieder ein Stück weiterentwickelt hat: "Schade, dass wir keine unserer Chancen nutzen konnten. Aber wir sind auf jeden Fall zufrieden mit unserem Spiel", sagte Nübel. So hatte die Derby-Nullnummer immerhin einen moralischen Sieger.

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