8Seasons Nach Jüttners Herz-Tod: Bitteres Aus für seinen Club

Das 8Seasons, der Club von Franz Jüttner, war fünf Jahre in der Maximilianstraße, bis er in das Backsteingebäude in der Sonnenstraße zog. Jetzt soll der Vertrag nicht verlängert werden. Foto: Petra Schramek/ imago stock&people

Der nächste Schock für seine Witwe Nicole – der Vertrag wird nicht verlängert. In drei Wochen muss sie raus: „Ich fühle mich völlig vor den Kopf gestoßen."

 

München - Er steckte mitten in der Planung für die Weihnachtsfeiern, engagierte sich für eine Vertragsverlängerung seines geliebten Wohnzimmers – dann passierte es: Am 11. November starb Franz Jüttner (†51), Club-Chef vom 8Seasons und Gründungsvater des EHC München, nach einem Herzstillstand.

Jetzt, nicht mal einen Monat später, der nächste Schock für seine Witwe Nicole Jüttner. Der geliebte Club steht kurz vor dem Aus. Der Vermieter hat sich, anders als angenommen, gegen eine weitere Zusammenarbeit mit dem 8Seasons entschieden. Der Vertrag des In-Clubs in dem alten Backsteingebäude Isarpost in der Sonnenstraße wird nicht verlängert. Im Klartext heißt das für Nicole Jüttner, dass es an Silvester vorbei ist. Am letzten Tag des Jahres steigt die letzte Party in dem Club, den Franz mit ihr und Nachtleben-Experte Tom Kriegenherdt zusammen geführt hat.

„Langsam reicht’s“, sagt Nicole auch prompt zur AZ. „Ich fühle mich völlig vor den Kopf gestoßen. Drei Wochen ist eine schreckliche Frist. Es ist wirklich kein feiner Zug vom Vermieter, uns erst jetzt zu informieren – und nicht schon im Herbst. Ich kann mir ja auf die Schnelle keine Ersatz-Location aus dem Ärmel zaubern.“ Auch den 80 Mitarbeitern kann sie nur schwer sagen, wie es wann und wo weitergeht. „Natürlich war das 8Seasons mit seinen 600 Quadratmetern fast zu groß, aber die Veranstaltungen liefen super und am Wochenende hatten wir statt 1000 zumindest 700 Gäste bei uns“, erzählt Nicole. Und weiter: „Das plötzliche Ende des Clubs ist nach Franz’ völlig überraschendem Tod eigentlich etwas, über dass ich mich gar nicht erst aufregen sollte – aber der Club ist unser Baby. Er würde auch nicht wollen, dass es so ein Ende nimmt. Also werde ich kämpfen, damit es irgendwo weitergehen kann. Im April hätte der Club seinen 10. Geburtstag.“

Woher sie die Kraft dazu nimmt, weiß Nicole Jüttner selbst nicht so genau. „Ich hatte noch nicht mal Zeit, richtig um Franz zu trauern“, sagt sie leise. „Kaum war die Beerdigung vorbei, fing das Theater mit dem Vertrag an. Das nimmt mich echt mit. Nebenbei versuche ich noch, die Kinder aufzufangen. Wann ich das mit Franz aufarbeiten kann, weiß ich derzeit überhaupt nicht. Das Schlimme ist, ich habe keine Ahnung, wie es weitergehen soll.“

 

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