6739 Tage nach Liga-Debüt "Sehr stolz": EHC-Star Yannic Seidenberg ist jetzt ein Tausender

Ehre, wem Ehre gebührt: EHC-Manager Winkler überreicht Seidenberg ein Trikot mit der Nummer 1000. Seine Familie ist Augenzeuge. Foto: imago

Beim 2:1-Sieg des EHC Red Bull München im Spitzenspiel bei seinem Ex-Klub Adler Mannheim bestreitet Yannic Seidenberg sein 1000. DEL-Spiel. "Ich bin sehr stolz auf diese Zahl", sagt der Jubilar.

 

München - Da war Yannic Seidenberg glatt einmal ein Teil der Münchner Bussi-Gesellschaft. Küsschen von der Frau und den Kindern, von Manager Christian Winkler gab es nur eine Umarmung, einen Händedruck, einen tiefen Blick in die Augen – und das Trikot mit der Nummer 1000! Von der Liga erhielt er einen Ring aus Weißgold und Silber.

Darin wurden sein Name, seine Rückennummer 36 und die Zahl 1000 eingraviert. "Die Zahl 1000 macht mich stolz", sagte Seidenberg, "es ist für mich ungewohnt, derart im Spotlight zu stehen. Ich war froh, als es dann endlich mit dem Spiel losging." 

Seidenberg: Liga-Debüt im September 2001

Doch Ehre, wem Ehre gebührt. An diesem 18. Februar 2020 stand Seidenberg, der Starverteidiger des EHC München, ausgerechnet in Mannheim, bei seinem Ex-Klub, für diesen Meilenstein auf dem Eis. Zum 1000. Mal in seiner bewegten Karriere bestritt der 36-Jährige ein Spiel in der DEL.

6739 Tage nach seinem Liga-Debüt am 7. September 2001 gegen die Revierlöwen Oberhausen trat Seidenberg diesem illustren Klub der 1000er bei, dem außer ihm nur Mirko Lüdemann, Daniel Kreutzer, Niki Mondt, Patrick Köppchen und Sebastian Furchner angehören. "Es ist perfekt, dass ich dieses Spiel ausgerechnet in Mannheim bestreite", sagte er vor der Partie und der Ehrungszeremonie. Doch der Abend sollte noch perfekter werden.

Chris Bourque mit dem Last-Minute-Siegtreffer

Seidenberg stand beim 1:1-Ausgleich durch Serientäter-Torschütze Trevor Parkes in der 47. Minute mit auf dem Eis, und am Ende durfte er sich nicht nur als Jubilar, sondern auch als Sieger feiern lassen. 52 Sekunden vor der Schlusssirene versenkte Chris Bourque die Scheibe zum 2:1 für den EHC. Zum ersten Mal nach zwölf ungeschlagenen Spielen in Serie mussten die Adler gerupft und mit hängenden Köpfen das Eis verlassen. Ein wichtiger Erfolg nicht nur für Seidenberg, der sich natürlich sein Ehrenspiel nicht vermiesen lassen wollte, sondern auch die Münchner.

Durch den Statement-Sieg gegen den amtierenden Meister, der den EHC ja vergangene Saison nach dreijähriger DEL-Herrschaft vom Meisterthron gestoßen hatte, bauten die Red Bulls die Tabellenführung nach dem 46. Spieltag der regulären Saison auf stramme elf Punkte (bei noch 18 zu vergebenden Zählern) aus. "Das letzte Drittel war das Beste seit langer Zeit", resümierte dann auch EHC-Coach Don Jackson zufrieden. Ein Sieg, der die Vorentscheidung um Platz eins in der Hauptrunde und damit den Heimvorteil in allen Playoff-Serien gebracht haben dürfte.

Seidenberg: "Und ich will ja noch spielen, bis ich 40 bin"

Dementsprechend angefressen war Adler-Trainer Pavel Gross, der ja nie als Ausbund an Sportlichkeit und Fairness verschrien war. Bei der Pressekonferenz brachte er gerade noch eine "Gratulation für den Sieg" über die schmalen Lippen, ehe er, während der Pressesprecher noch die Gäste verabschiedete, wortlos das Podium verließ. Der Frust über die Niederlage saß tief. Ganz zur Freude der Münchner.

"Wir tun jetzt alles dafür, bereits möglichst nahe an Playoff-Eishockey heranzukommen", sagte Verteidiger Konrad Abeltshauser, "und dann mit hundert Prozent anzugreifen." Seidenberg sagte noch: "Unser Ziel ist natürlich, wieder Meister zu werden. Und ich will ja noch spielen, bis ich 40 bin. Möglichst in München." Und dann vielleicht auch Mirko Lüdemann, den Rekordhalter mit 1199 Spielen, vom Thron zu stoßen.

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