48 Millionen Euro-Investition der Bahn Unser Bahnhof soll schöner werden

Zweckmäßig, aber schiach: Der Zustand der S-Bahnhöfe (hier am Marienplatz) färbt aufs Image der Bahn ab. Foto: Daniel von Loeper

Stammstrecke, Hauptbhanhof, Reparaturen, Umbauten, Reinigung: Wie die Bahn rund 48 Millionen in die Stationen der Stadt investieren will.

 

Langsam mag man halt einfach auch nicht mehr warten: Unabhängig vom mal mehr, mal weniger hoffnungsvollen Warten auf die zweite Stammstrecke investiert die Bahn jetzt in ihre Münchner Bahnhöfe – und zwar vor allem auf der S-Bahnstammstrecke.

Rund 48 Millionen Euro will das Unternehmen im Rahmen des Programms „Zukunft Bahn“ für die Auffrischung der Stationen ausgeben, etwa zwei bis drei Millionen für Sofortmaßnahmen und weitere 45 Millionen für mittelfristige Baumaßnahmen. Von Reparatur über Reinigung bis hin zu größeren Umbauten – die AZ zeigt, was die Bahn vorhat.

Sauberkeit:

Es ist wie daheim: Erst einmal gehört gescheit geputzt. Und das merkt die Bahn schon, dass die Bahnhöfe nicht allerweil so sauber daherkommen. Darum werden nun als Sofortmaßnahmen etwa die Wände an den Stationen gereinigt, schließlich schaut man da ja beim Warten doch eine Zeitlang drauf.

Besonders gründlich will die Bahn am Ostbahnhof aufräumen, den finden Kunden laut einer Umfrage nämlich besonders schmutzig. Danach kommen Stationen wie Neufahrn, Dachau, Laim und Donnersbergerbrücke. Letztere soll dann auch ein WC bekommen.

Neben Putzen will die Bahn auch aufräumen: Schaut man sich etwa am Hauptbahnhof um, findet man neben Schmutz auch leere Vitrinen, alte Schilder oder Anschlüsse sowie schlechte Beleuchtung. Hier bessert DB ebenfalls nach.

Technik:

Die Chance, an einer kaputten Rolltreppe oder einem defekten Aufzug vorbeizukommen, ist relativ hoch. 104 Aufzüge und 94 Rolltreppen hat die Bahn im Raum München. Und wenn es hakelt, dann länger. Eine Reparatur dauert schon mal vier bis sechs Wochen.

Die Lösung: Die Bahn legt sich ein eigenes Ersatzteillager an und muss nicht mehr jedes Mal auf die Lieferung eines Herstellers warten. Außerdem werden Reparaturen künftig nachts durchgeführt und nicht mehr tagsüber, wenn die meisten Fahrgäste unterwegs sind.

Aufzüge sowie Uhren sollen gehen – und es wird umgebaut

Damit die Techniker schneller merken, wo etwas kaputt ist, werden die Betriebsdaten der Aufzüge und Rolltreppen in Echtzeit erfasst. Damit können Kunden bald auch per App abfragen können, wo es mit Lift oder Fahrtreppe rauf und runter geht – und wo gerade nicht.

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Außerdem sollen die rund 500 Bahnhofsuhren richtig gehen und bei einem Defekt innerhalb vom 48 Stunden repariert werden. Zeit wird’s.
Schon umgerüstet sind die Anzeigetafeln bei den Regional- und Fernzügen am Hauptbahnhof. Die zeigen nicht mehr nur Details zum aktuellen Zug, sondern auch zu den beiden darauf folgenden Abfahrten.

Stations-Umbauten:

Richtig was ändern soll sich an den 45 Jahre alten S-Bahntunnelstationen am Hauptbahnhof, Karlsplatz, Marienplatz, Isartor und Rosenheimer Platz. Hier liegt der Schwerpunkt der Auffrischung. Aber auch Stationen am Flughafen und in Ismaning sollen profitieren. Dabei geht es nicht nur ums Sauber machen, sondern tatsächlich um Umbauten der Stationen. Entwürfe gibt es bereits, die will die Bahn aber noch nicht herzeigen.

Drum kann man nur so viel sagen: Moderner und lichter soll es wohl werden. Einige Eingänge sollen ebenfalls neu gestaltet werden. Klar ist bereits, dass der Eingang Bayerstraße am Hauptbahnhof hübscher werden soll (und sicherer, siehe Kasten unten), ebenso wie der zum Starnberger Flügelbahnhof.

Komfort:

Fast visionär klingt das: Die Bahn will es erfinden, das „Warten der Zukunft“. Weil sie aber selbst noch wissen will, die das ausschaut, probiert sie es einmal mit vier Beispiel-Wartebereichen. Die werden bald in einer „Testinsel“ in der Schalterhalle des Hauptbahnhofs zu finden sein. Dabei ist was mit Natur, was für Familien mit Kindern, was mit Gastronomie. Die Kunden können vor Ort abstimmen, was ihnen am meisten taugt.

Personal:

An zwei Stellen stockt die Bahn auch Personal auf: Neun „Knotenkoordinatoren“ sorgen in München neuerdings dafür, dass die Züge pünktlich losfahren. Und sechs statt bisher vier Mitarbeiter helfen Menschen mit Handicap beim Ein- und Aussteigen am Hauptbahnhof.

 

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