47 Plagiate aufgelistet Stoiber-Tochter muss um ihren Doktor fürchten

Wie bei Guttenberg:  „VroniPlag“ listet 47 Plagiate auf.  Auch über Dominic wird gelästert. Jetzt hat auch die Familie von Ex-Ministerpräsident Edmund Stoiber ein Problem mit dem Doktor-Titel.

München - Jetzt hat auch die Familie von Ex-Ministerpräsident Edmund Stoiber ein Problem mit dem Doktor-Titel: Während sich Sohn Dominic (30) seit kurzem mit dem bei jungen CSUlern begehrten Titel schmückt, muss Tochter Veronica Saß (33) um ihren Titel fürchten.

Die Netzgemeinde, die auch die Doktorarbeit von Karl-Theodor zu Guttenberg zerpflückte, hat unter „VroniPlag“ in der Dissertation der Stoiber-Tochter zum Thema „Regulierung im Mobilfunk” auf 47 Seiten Plagiatsstellen gefunden. Veronica Saß hat im Dezember 2008 an der Uni Konstanz in Jura promoviert. Ihre Arbeit umfasst 383 Seiten.

Die Universität Konstanz beruft sich auf den Datenschutz, bestätigt aber, dass der Promotionsausschuss der rechtswissenschaftlichen Fakultät derzeit einen Betrugsfall prüft. Anders als Guttenberg in Bayreuth musste die Stoiber-Tochter in Konstanz eine eidesstattliche Erklärung abgeben, in der sie versicherte, die Arbeit ohne unzulässige Hilfe Dritter angefertigt und alle Quellen gekennzeichnet zu haben. Auf eine falsche eidesstattliche Versicherung steht eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren.

Veronica Saß ist als Rechtsanwältin in einer Münchner Kanzlei tätig. In die politischen Fußstapfen ihres Vaters wollte sie nicht treten.

Das tut ihr jüngerer Bruder Dominic. Mit Doktortitel lässt sich’s noch besser Karriere machen. Promoviert hat Stoiber Junior in Österreich an der Universität Innsbruck. Die ist beliebt, wenn’s für eine Dissertation in Deutschland nicht reicht. In Akademikerkreisen wird über den „Dr. inns.“ gelächelt. Aber welcher Wähler fragt schon, woher der Doktor stammt.

In der CSU wird jedenfalls schon kräftig gelästert über die Stoiber-Kinder. Denn Dominic, dessen Doktorarbeit noch nicht im Internet steht, hat sich für seine Promotion eines der Lieblingsthemen seines Vaters gewählt. Während seiner Amtszeit als Ministerpräsident hatte sich Edmund Stoiber dem Föderalismus verschrieben. Gemeinsam mit dem damaligen SPD-Chef Franz Müntefering saß er der Föderalismuskommission vor.

Dominic Stoiber beschreibt die Entwicklung, die „der Gesetzesvorschlag bis zu seiner Verabschiedung mit all den Kompromissen durchgemacht hat.“ „Dafür brauchte er ja nur den Papa und dessen Mitarbeiter fragen“, heißt es in der CSU. Das Stoiber-Büro wird bis Herbst noch vom Steuerzahler finanziert. Kosten: Eine halben Million Euro pro Jahr.

„Die Föderalismusreform I der Bundesrepublik Deutschland“ lautet der Titel seiner 287-Seiten-Doktorarbeit an der Fakultät für Politikwissenschaften in Innsbruck, die 2010 eingereicht wurde. In München hat Dominic Stoiber Politik studiert, nachdem er sein BWL-Studium geschmissen hatte. Jetzt will der CSU-Kreisrat in Papas Fußstapfen treten und Vize-Kreisvorsitzender in Bad Tölz-Wolfratshausen werden. Chef ist dort der CSU-Landtagsabgeordnete Martin Bachhuber (55), der als großer Stoiber-Getreuer gilt und für den Filius den Stuhl im Landtag warmhalten soll.

Dann wäre auch Dr. Dominic Stoiber politisch und finanziell bei der CSU versorgt.

 

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