44 Millionen Euro Schulden getilgt Vorläufige Jahresbilanz: München investiert 2019 Rekordsumme

Die Stadt München hat im Jahr 209 eine Rekordsumme investiert. Foto: Sina Schuldt/dpa

München hat im Jahr 2019 eine Rekordsumme investiert: Rund 1,7 Milliarden Euro gab die Stadt für Schulen, den Arnulfsteg oder das Volkstheater aus. Die vorläufige Bilanz.

 

München - Die Stadtkämmerei hat am Montag den vorläufigen Jahresabschluss für das Jahr 2019 vorgestellt - und damit Rekordausgaben bei den Investitionen.

Die Daten im Überblick:

  • Der Überschuss aus der laufenden Verwaltungstätigkeit beträgt rund 695 Millionen Euro.
  • Die Gesamteinzahlungen belaufen sich auf 7,4 Milliarden Euro.
  • Die Gesamtauszahlungen summieren sich auf 6,7 Milliarden Euro.
  • Der Schuldenstand beträgt 680 Millionen Euro
  • Trotz hohem Investitionsvolumen gab es im vergangenen Jahr keine Nettoneuverschuldung.
  • Die Investitionsauszahlungen betrugen 1,7 Milliarden Euro. Die Investitionen ohne Erwerb von Finanzanlagen und SWM betrugen 1,5 Milliarden Euro.

München investiert Rekordsumme von 1,7 Milliarden Euro

Besonders die Investitionsausgaben sind im Vergleich zum Vorjahr (1,3 Milliarden) um 400 Millionen Euro beziehungsweise 31 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro gestiegen. Die Auszahlungen für die städtischen Baumaßnahmen beliefen sich 2019 auf rund 768 Millionen Euro (plus 261 Millionen Euro bzw. 51 Prozent).

Für den Neubau des Volkstheaters fielen 37 Millionen Euro an, für den Bildungscampus Freiham inklusive Sportpark insgesamt 115,7 Millionen Euro, die Pavillonbauten im KITA-Bereich umfassten rund 12,8 Millionen Euro. Im Bereich Tiefbau wurden rund 112 Millionen Euro ausgezahlt, davon unter anderem 5,5 Millionen Euro für den Arnulfsteg am Hauptbahnhof und 13,7 Millionen Euro für die Nachrüstung des Altstadtringtunnels.

550 Millionen Euro in Schulen investiert

Auch das Schulbauprogramm schlägt sich in der Bilanz nieder. Für die zwei beschlossenen Schulbauprogramme wurden seit 2016 rund 6,5 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt. Für das Jahr 2019 wurden Auszahlungen in Höhe von 550 Millionen Euro getätigt.

Der Schuldenstand der Stadt betrug zum Stichtag 31.12.2019 rund 636 Millionen Euro. Er liegt damit auf dem niedrigsten Stand seit 1982 (698 Millionen). Im Vergleich zum Jahr 2018 konnten 44 Millionen Euro getilgt werden. Ende 2005 betrug der Schuldenstand Münchens noch 3,413 Milliarden Euro.

Gewerbesteuereinnahmen weiter hoch

Haupteinnahmequelle bleibt in München die Gewerbesteuer. Diese ist im Jahr 2019 gegenüber 2018 (2,7 Milliarden Euro) um 13 Millionen Euro beziehungsweise 0,5 Prozent leicht gesunken. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Einnahmen aus der Einkommensteuer um 65 Millionen Euro gestiegen. Waren es 2018 noch 1,2 Milliarden Euro, so stieg der Gemeindeanteil im vergangenen Jahr um 5 Prozent auf rund 1,3 Milliarden Euro an.

Stadtkämmerer Christoph Frey sagt: "Auch wenn die Zahlen vorläufig sind ist eines offensichtlich: Trotz eines Rekordinvestitionsvolumens gab es 2019 aufgrund einer soliden und verantwortungsvollen Finanzpolitik der letzten Jahrzehnte keine Nettoneuverschuldung. Die Jahre positiver Entwicklung der Gewerbesteuereinnahmen wurden genutzt, um Schulden abzubauen und Finanzreserven zu füllen. Davon wird München auch 2020 noch profitieren. Ab 2021 wird aufgrund steigender Investitionsauszahlungen eine Nettoneuverschulung unausweichlich sein. Es wird daher mittel- bis langfristig priorisiert werden müssen."

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