39 Fillialen in München und Umland Steht die Backstube Wünsche vor einer Zerschlagung?

Die Gewerkschaft NGG befürchtet für die mehr als 1.500 Beschäftigten, dass ihr Tariflohn, das Weihnachts- und Urlaubsgeld, die Altersvorsorge und die Zulagen in Gefahr sind. Foto: dpa/AZ

Die Backstube Wünsche, die vor allem in München und Südbayern viele Fillialen unterhält, steht vor einer Aufspaltung. Die Nahrungsmittelgewerkschaft warnt vor einer massivem Stellenabbau - betroffen wären bis zu 1800 Beschäftigte.

 

München – Die Nahrung-, Genuss- Gaststättengewerkschaft (NGG) warnt vor einer Aufspaltung und anschließenden Tarifflucht der Backstube Wünsche. Das Unternehmen mit Sitz im oberbayerischen Gaimersheim mit knapp 300 Filialen und mehr als 1800 Beschäftigten der zehntgrößte Backwarenfilialist in Deutschland und Schwergewicht im bayerischen Bäckerhandwerk.

Betroffen wären laut Geschäftsführer der NGG Region München, Mustafa Öz, in München und dem Umland 39 Filialen, deren Bäcker und Verkäufer um ihre Arbeitsplätze fürchten oder mit einer Verschlechterung der Arbeitsbedingungen rechnen müssen.

Die Unternehmensleitung der 100-prozentigen Edeka-Tochter hat dem Betriebsrat mitgeteilt, sie werde zum 1. Dezember diesen Jahres die jetzige Struktur zerschlagen, die Verwaltung in eine eigene GmbH und zum Jahresbeginn 2017 die Filialbeschäftigten in zwei Vertriebsgesellschaften überführen. Zwar hat die Geschäftsleitung erklärt, dass alle tariflichen Vereinbarungen fortgeführt würden, aber Taten hat sie noch nicht folgen lassen.

Es gibt ähnliche Fälle in Deutschland

Wilfried Maxim von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG): "Damit rechtlich Tarifbindung entsteht, müssen die drei neuen Gesellschaften entweder Mitglied im Landes-Innungsverband für das bayerische Bäckerhandwerk werden - oder mit der NGG einen Tarifvertrag abschließen. Beides ist bislang nicht geschehen. Wir sind sehr besorgt."

Die Gewerkschaft NGG befürchtet nun für die mehr als 1.500 Beschäftigten aus den Verkaufsfilialen, dass ihr Tariflohn, das Weihnachts- und Urlaubsgeld, die Altersvorsorge und die Zulagen in Gefahr sind. Es wäre nicht das erste Mal, dass Edeka-Töchter so vorgehen: In der Vergangenheit hat Edeka schon mehrmals mit Firmenentscheidungen dafür gesorgt, dass tausenden Verkäuferinnen keine Tariflöhne mehr gezahlt und die tarifliche Absicherung der Arbeitsbedingungen bewusst unterlaufen wurde: Im Südwesten wurde für die Großbäckerei K&U (ebenfalls eine Edeka-Tochter) 2013 die Tarifbindung gelöst.

Die Gewerkschaft NGG hat Jahre gekämpft und steht dort erst heute wieder kurz vor dem Abschluss eines Tarifvertrages. Und in Norddeutschland hat Edeka ihre Backtochter Schäfers mit fast 900 Filialen zuerst in eine eigene Gesellschaft überführt, um anschließend die Filialen an selbstständige Kaufleute oder ins Franchising abzugeben. Auch hier mit dem Ziel die Löhne und Arbeitsbedingungen der Beschäftigten zu drücken.

Ein solches Prozedere soll nun bei der Backstube Wünsche unterbunden werden.

 

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