38 neue Zeugen Vermisste Maddie: Lebt sie noch?

Im Alter von drei Jahren verschwand Maddie (l). Rechts: So könnte sie heute aussehen. Foto: dpa

Britische Ermittler haben im Fall Maddie McCann über 30.000 Akten gefilzt und glauben, dass das Kind noch leben könnte.

 

London - Ein Jahr nach Verschwinden der damals dreijährigen Maddie McCann schlossen die portugiesischen Ermittler im Jahr 2008 die Akten. Doch jetzt haben die Eltern neue Hoffnung, dass nach über sechs Jahren Maddie doch noch gefunden werden könnte. Die Londoner Polizei Scotland Yard hat zwei Jahre lang alle Akten durchforstet und nochmals Zeugen befragt. Fazit: „38 Personen von Interesse“ haben die Ermittler herausgefiltert. Und die britische Presse spekuliert bereits, dass es bald Festnahmen geben könnte.

Die kleine Maddie verschwand Anfang Mai 2007 aus einer Ferienwohnung an der portugiesischen Algarve-Küste, als ihre Eltern Kate und Gerry McCann beim Abendessen waren. Es folgte eine öffentliche Suche nach dem Kind, die McCanns gerieten sogar selbst unter Verdacht. Die portugiesische Polizei warf 2008 das Handtuch, stellte die Ermittlungen ein. Doch daheim in Großbritannien ließ Scotland Yard nicht locker. 30.500 Dokumente wälzten 37 Ermittler in den letzten zwei Jahren. Allein das soll knapp sechs Millionen Euro gekostet haben. Ein Großteil des Geldes kommt von der britischen Regierung. „Wir glauben, dass Madleine möglicherweise noch am Leben ist“, sagt Chef-Ermittler Andy Redwood. „Die Suche brachte uns ein neues Denken, neue Theorien, neue Ergebnisse und neue Zeugen.“

Es scheint also, dass die portugiesischen Kollegen im Urlaubsort der McCanns den Fall vorschnell abgeschlossen haben. Denn die Hinweise von Scotland Yard sind so gewichtig, dass 38 Zeugen vernommen werden sollen. Darunter sind zwölf britische Staatsbürger, Portugiesen und drei weitere Zeugen. Doch es gibt ein Problem: Förmliche Ermittlungen kann die Londoner Polizei nicht ohne Zustimmung Portugals aufnehmen. Die gibt es bislang nicht. Jetzt soll eine offizielle Anfrage bei den portugiesischen Behörden gestellt werden, damit der Fall von den britischen Ermittlern weiter aufgerollt werden kann.

Maddies Eltern Kate und Gerry McCann sind angesichts der neuen Ermittlungsergebnisse voller Hoffnung, dass das mysteriöse Verschwinden ihrer Tochter doch noch aufgeklärt werden kann. „Das ist ein großer Schritt vorwärts, das Klären, was damals geschah. Und es bringt hoffentlich denjenigen zur Rechenschaft, der für Madleines Verschwinden verantwortlich ist“, so ein Sprecher.

Offiziell sagen die Ermittler, dass sie noch keine baldigen Festnahmen erwarten. Doch in den englischen Medien schießen bereits die Spekulationen ins Kraut. Innerhalb weniger Wochen rechnet die „Daily Mail“ damit, dass Verantwortliche hinter Schloss und Riegel kommen. Der Fall Maddie McCann elektrisiert auf der Insel noch immer die Öffentlichkeit. Dabei hat Scotland Yard die neuerliche Analyse des Falls noch gar nicht beendet. Man habe derzeit rund zwei Drittel geschafft, sagte Chef-Ermittler Andy Redwood vor Journalisten.

 

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