3:1-Sieg EHC in Berlin: Auf Alis Spuren

Wendepunkt für den EHC: Jon Matsumoto (r.) trifft zum 1:1, am Ende gewinnen die Red Bulls in Berlin mit 3:1. Foto: GEPA pictures

Der EHC Red Bull München setzt sich in Spiel vier dieses Halbfinals mit 3:1 bei den Eisbären Berlin durch und kann nun am Sonntag ins Endspiel einziehen. "Jetzt wollen wir die Serie auch beenden!"

 

Berlin - Drei Match-Pucks, drei Finaleinzugs-Pucks! Berlin war für den EHC Red Bull München schon wieder eine Reise wert. Der Meister, der in einer Chartermaschine zu Spiel vier der Halbfinal-Serie (Best of seven) in die Hauptstadt eingeflogen war, setzte sich mit 3:1 bei den Eisbären durch und trat so mit einer 3:1-Führung im Gepäck die Heimreise an. "Es war ein hartes Stück Arbeit, jetzt wollen wir natürlich daheim die Serie beenden", sagte EHC-Verteidiger Konrad Abeltshauser.

Spiel fünf findet am Sonntag (16.30 Uhr) am Oberwiesenfeld in München statt. "Der Schwung ist jetzt ganz klar auf Münchner Seite. Ich denke, dass es nun für Berlin sehr schwierig wird. Jetzt gilt es, zu vergessen, wie viel Eishockey sie schon in den Beinen haben, all das zu verdrängen", sagte Ex-Nationalspieler Rick Goldmann, der als Experte beim übertragenden Sender Sport1 arbeitet.

Es war ein harter Playoff-Fight vor 14 200 Zuschauern. Anders als in den ersten drei Halbfinal-Partie, als die EHCler den Spielbeginn jeweils verschlafen hatten, waren die Red Bulls von Anfang an da. Und das, obwohl sie weiter ohne Topstürmer Jason Jaffray und Verteidiger Deron Quint, die beide angeschlagen sind, antreten mussten. Steve Pinizzotto, Jerome Flaake, Kapitän Michael Wolf und Jon Matsumoto hatten gute Chancen, aber waren nicht zwingend genug.

Plötzlich zeigten die Eisbären Zähne, kamen gefährlich zum Abschluss. Und zur Führung! Jonas Müller mit einem Alleingang, der Puck wurde noch abgefälscht und landete kurios über EHC-Goalie Danny aus den Birken im Netz – das 1:0 (16.)! Damit ging es in die Drittelpause. "Ich wollte den Puck nur zum Tor bringen, dann war er mit drin. Es ist gut, dass so ein Dreckstor auch mal reinrutscht", sagte Müller.

Berlin zieht nach der Pause an

Nach der Pause war Berlin dominant. Dass die Eisbären fünf Playoff-Spiel mehr in den Beinen hatten als die Münchner? Egal! Wenn der Kopf euphorisiert ist, kennen die Beine keine Müdigkeit. Der Meister mit Problemen, nur Torwart aus den Birken hielt die Red Bulls im Spiel. Berlin diktierte das Tempo. Zumindest bis zur 36. Minute. Da zündete Matsumoto den Turbo, sein Passversuch sprang zurück zu ihm, der Stürmer sagte Danke und glich aus – 1:1! Ein Stimmungskiller für die Eisbären, der Weckruf für die Red Bulls. Drei Minuten später war es Mads Christensen, der Verteidiger Derek Joslin mustergültig freispielte, der traf mit der Rückhand zum 2:1!

"Muhammad Ali hat es schon gesagt, du musst fliegen wie ein Schmetterling, aber zustechen wie eine Biene", sagte Goldmann. Der EHC auf Alis Spuren – übers Eis geflogen waren sie, den Stachel hatten Matsumoto/Joslin ausgepackt. "Wir sind froh, dass wir endlich welche reingebracht haben", sagte Abeltshauser, der Verteidiger des Jahres, "so ist Eishockey manchmal, kaum ist einer drin, läuft es wieder."

Im letzten Drittel musste der EHC gleich eine Vier-Minuten-Strafe überstehen, das meisterte er souverän. Pinizzotto traf 16 Sekunden vor Schluss ins leere Tor zum 3:1. Match-Pucks für den EHC! Matthias Kerber

 

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