3.000 Wohnungen für 16.000 Anträge Wegen Grundstückpreisen: Viel zu wenige Sozialwohnungen in der Stadt

Sozialwohnungen, wie hier von der Gewofag, sind in ganz Bayern Mangelware. Foto: Gewofag

Nur 3.000 geförderte Wohnungen werden pro Jahr vergeben. Die hohen Grundstückspreise verhindern Neubauten.

 

München - Die Mieten steigen immer weiter und bezahlbarer Wohnraum ist rar. Die Nachfrage an geförderten Wohnungen ist deshalb riesig. 16.532 Antragsteller warten zurzeit auf so eine vergünstigte Wohnung in München. Laut Sozialreferat werden aber weniger als 3.000 Wohnungen pro Jahr vergeben. Insgesamt gibt es in München 78.500 Sozialwohnungen.

Die Vermittlungsdauer diese Wohnungen ist unterschiedlich und hängt von zahlreichen Faktoren ab. Vor allem: Wohnungstyp, Dringlichkeit und Lagewunsch.

Die 464 Verbandsunternehmen, die der Verband bayerischer Wohnungsunternehmen (VdW Bayern) vertritt, bauten im Jahr 2017 bayernweit 3.918 Wohnungen, darunter 2.860 öffentlich geförderte.

Die Investitionen der bayerischen Wohnungsunternehmen sind im vergangenen Jahr damit auf ein Rekordhoch gestiegen. 1,7 Milliarden Euro investierte die Wohnungswirtschaft in Neubau, Modernisierung und Instandhaltung. Das ist ein Plus von 7,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Dennoch werde Ziel der Staatsregierung, pro Jahr 70.000 neue Wohnungen zu bauen, nicht erreicht. "Die Bevölkerungsprognose für 2035 besagt, dass dann 13,53 Millionen Menschen in Bayern leben werden", sagt VdW-Chef Hans Maier. Das wäre ein Plus von 687.000 Bewohnern.

Kleine Kommunen können sich sozialen Wohnungsbau nicht mehr leisten

Doch es werden seit Jahren weniger Wohnungen gebaut als benötigt. Das liegt laut VdW-Chef daran, dass zu wenig Bauland zur Verfügung stünde und sich gerade kleinere Kommunen den Wohnungsbau finanziell nicht mehr leisten könnten.

Hans Maier fordert deshalb von der Politik mehr Unterstützung für die Bauherren. Denn die Akzeptanz der Bevölkerung für das Bauen von Sozialwohnungen gehe zurück.

"Notwendig ist eine langfristige Planungssicherheit bei den Fördermitteln zur Errichtung preisgünstiger Wohnungen", so Maier weiter. "Mit 400 Millionen Euro pro Jahr können 3.000 bis 3.500 geförderte Wohnungen gebaut werden."

Außerdem brauche es für den preisgünstigen Wohnungsneubau eine flexiblere Wohnraumförderung, preisgünstige Grundstücke und schnellere Genehmigungsverfahren. Aber auch der Zuschuss von 300 Euro pro Quadratmeter reiche bei den Baukostensteigerungen nicht mehr. Maier: "Allein zwischen Februar 2017 und Februar 2018 sind die Baukosten bundesweit um 4 Prozent gestiegen."

Hans Maier hält zudem die Förderung des ländlichen Raums zur Entlastung der Ballungsräume für notwendig. "Auch diese Regionen brauchen Wohnungsneubau, sonst setzt sich die Abwanderung weiter fort." Grundstücke in Privatbesitz sind für den preisgünstigen Wohnungsbau kaum noch erwerbbar. Die Stadt München verfolgt deshalb die sogenannte sozialgerechten Bodennutzung, nach der 30 Prozent des neu geschaffenen Wohnbaurechts für geförderte Wohnungen verwendet werden müssen. Diese funktioniert laut VdW so gut, dass das Konzept bereits Vorbild für andere Kommunen sei.

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