30 Festnahmen Optimolwerke: Drogen-Razzia in Club

In einem Club auf dem Gelände der Optimolwerke kam es zum Großeinsatz der Polizei – 173 Feiernde sind am vergangenen Sonntag in der Früh durchsucht worden. Foto: imago/Reinhard Kurzendörfer

Einsatz in den Optimolwerken am Sonntag: Um 7.20 Uhr ist die Party für 173 Feiernde ganz plötzlich vorbei. Die Polizei spricht von massiven Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz.

München - "Ohne Limit“ heißt die Afterhour des Clubs „Katz & Maus“ auf dem Feiergelände „Optimolwerke“ am Ostbahnhof. Ab 6 Uhr morgens startet diese Party – wenn die anderen Clubs schließen und die meisten Nachtschwärmer müde ins Bett fallen.

Hier geht es dann erst richtig los, bis in den Nachmittag hinein wird die Nacht gezogen. Am Sonntag aber hat die Polizei den Gästen ihr Limit deutlich aufgezeigt. Denn viele der Feiernden halten diese endlosen Partynächte mit illegalen Hilfsmitteln durch. Amphetamine, Kokain, Ecstasy – am Sonntagmorgen hat die Polizei bei einer Razzia 30 Gäste des Clubs vorläufig festgenommen.

Schon im Vorfeld hatten die Ermittler verdeckt auf der Afterhour ermittelt, um festzustellen, dass hier massive Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz begangen wurden.

Ein großer Teil der Gäste stand unter Drogen. Erster Kriminalhauptkommissar Hubert Halemba, Einsatzleiter der Razzia, sagt: „Der Betreiber machte eher den Anschein, als wäre er darauf Bedacht, keine Polizei in seinem Laden zu haben statt keine Drogen.“

Die Gäste des „Katz & Maus“ mussten sich nicht einmal besondere Mühe geben, ihren Drogenkonsum zu vertuschen. Die Türsteher sahen offenbar weg.

Plötzlich ist der Raum voller Polizisten

Sonntagmorgen, 7.20 Uhr: Die elektronischen Beats, die durch den Club wummern, verstummen, grelles Licht erhellt den Raum, der plötzlich voll ist mit Polizisten.

Für die 173 Gäste ist die Party schlagartig vorbei. Sie werden in Zelten mit Heizpilzen, die die Polizei vor dem Club aufgebaut hat, bis auf die Unterwäsche durchsucht.

Rauschgift bei einem Drittel der Gäste

Auch im Club selbst finden sich noch weggeworfene Tabletten und Kokstütchen, hinter der Bar, im Sektkübel – „22 Einzelfunde“, sagt Halemba, ihnen wird nachgegangen.

Amphetamine, Ecstasytabletten, Kokain, Marihuana, eine geringe Menge Crystal und weiteres Rauschgift stellen die Beamten sicher, „wenn man die Funde hochrechnet, hatten 1/3 der Beteiligten Rauschgift bei sich“, so Halemba.

Fünf Anzeigen wegen Beleidigung

25 Gäste werden wegen Straftaten in Bezug auf das Betäubungsmittelgesetz angezeigt, weitere fünf wegen Beleidigung, Ausweismissbrauch, Widerstand gegen die Polizeibeamten. Auch eine 17-Jährige mit 2,1 Promille ist darunter. Gegen 11.30 Uhr schließt die Polizei die Razzia ab. Bei drei Personen wird eine Wohnungsdurchsuchung anberaumt.

Der Clubbetreiber hat seine Einstellung schnell überdacht: Er hat sich mittlerweile ans Rauschgiftdezernat gewandt, um ein Kooperationsgespräch zu führen.

 

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