26. Spieltag Köln verschenkt Geisterspiel-Sieg gegen Ex-Trainer

Mark Uth (l) kam mit Köln gegen Mainz mit Moussa Niakhate zu lediglich einem Punkt. Foto: Lars Baron/Getty/Pool/dpa/dpa

Die Profis des 1. FC Köln sahen sich schon klar auf Erfolgskurs gegen ihren Ex-Coach, doch der FSV Mainz 05 steckte nie auf und wurde mit einem Zähler Punkt belohnt.

 

Köln - Trotz virtueller Unterstützung von Geißbock Hennes IX. und über 1000 Glücksbringern hat der 1. FC Köln einen Sieg gegen Ex-Trainer Achim Beierlorzer verschenkt.

Die Rheinländer verspielten beim 2:2 (1:0) im ersten Geister-Heimspiel der Vereinsgeschichte gegen den FSV Mainz 05 einen 2:0-Vorsprung und verpassten die Chance, auf Tuchfühlung zu den Europacup-Plätzen zu gehen. Der Klassenerhalt sollte bei zehn Punkten Vorsprung auf Relegationsrang 16 aber fix sein, vom begehrten sechsten Rang trennen den FC sechs Zähler. Die Mainzer haben derweil weiter vier Punkte Abstand zu Platz 16.

Der gebürtige Kölner Mark Uth brachte den FC per Foulelfmeter früh in Führung (6.). Damit war die Schalker Leihgabe, die die Kölner gerne fest verpflichten würden, in jedem seiner acht Spiele an mindestens einem Tor beteiligt. Florian Kainz legte nach (53.), Mainz schlug durch das erste Saisontor der Liverpool-Leihgabe Taiwo Awoniyi (61.) und ein starkes Solo von Pierre Kunde Malong (72.) zurück.

"Wenn Du 2:0 zu Hause führst, musst Du das über die Zeit bringen", ärgerte sich Torschütze Uth beim TV-Sender Sky über die verlorenen Punkte. In der ungewöhnlichen Atmosphäre vermisste er aber die leidenschaftlichen Fans: "Wir wissen, was wir an unseren Fans haben. In Köln sitzt normalerweise keiner mehr, wenn Du 2:0 führst."

Verzichten mussten die Kölner außer auf die Fans auch auf Geißbock Hennes IX., der aber über einen zum Spielfeld gerichteten Bildschirm via Videoschalte aus dem Kölner Zoo zugeschaltet war. Auf der Osttribüne hatte der Verein 1300 Glücksbringer von Dauerkarten-Besitzern drapiert,von zahlreichen Trikots über Schals bis zu Teddybären. Der Hauptsponsor hatte einen virtuellen Chor veranstaltet, und auch im Stadion sollte das, was beeinflussbar war, so normal wie möglich sein. Stadionsprecher Michael Trippel war im Einsatz, Vereins- und Tor-Hymnen wurden eingespielt.

Sportlich war schon vor dem Anpfiff vieles anders. Kölns Trainer Markus Gisdol hatte gegenüber dem letzten Spiel vor der Corona-Pause drei Änderungen vorgenommen. Beierlorzer, der beim 3:1 der Mainzer im Hinspiel noch auf der Kölner Bank saß und nach dem 11. Spieltag entlassen wurde, sogar deren sieben. Der im Sommer aus Augsburg verletzte und danach lange verletzte Stürmer Dong-Won Ji gab für 55 Minuten ein unglückliches Debüt für die Rheinhessen, Florian Müller kam als Ersatz des verletzten Stammtorhüters Robin Zentner zum ersten Einsatz seit dem 3. Spieltag - und musste schon nach fünf Minuten hinter sich greifen. Moussa Niakhaté hat Uth im Strafraum umgestoßen, der 28-Jährige verwandelte sicher.

Mainz war nicht geschockt. In der 13. Minuten jubelten die über die Tribüne hinter der Bank verteilten Ersatzspieler der Gäste bereits, der Schuss von Jean-Paul Boëtius flog, geblockt von Toni Leistner, aber knapp vorbei. Karim Onisiwo scheiterte am starken Timo Horn (29.). Auch nach dem Kopfball-Treffer von Kainz nach Flanke von Dominick Drexler ergaben sich die Gäste nicht und wurden noch mit einem Punkt belohnt.

"Es war begeisterndes Spiel, rauf und runter - wie beim Straßenfußball. Beide wollten unbedingt gewinnen, beide haben sich den Punkt verdient", urteilte der Mainzer Sportvorstand Rouven Schröder bei Sky. "Wir waren nach dem 0:1 gut im Spiel, haben dann noch mal gepennt beim 0:2. Aber am Ende haben wir nie aufgesteckt und verdient den Punkt geholt", fügte er hinzu.

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