1860 München Trainerzoff! Maurer kontra Winkler

"Wenn wir den Weg so weitergehen, wird es schwierig" - U23-Coach Bernhard Winkler kritisiert die Nachwuchsförderung der Sechzger. Doch Trainer Reiner Maurer gibt ihm Konter. Foto: AZ/Sampics/Augenklick

Der U23-Coach der Löwen nörgelt über fehlende Unterstützung, der Chef bremst ihn ein: "Ich weiß nicht, wo das Problem ist"

 

München - Eigentlich darf sich Reiner Maurer derzeit ein paar entspannter Tage erfreuen. Nach dem Sieg über Union Berlin stehen die Löwen wegen der Länderspielpause mindestens zwei Wochen auf Zweitligaplatz vier. Und doch regte sich der 1860-Trainer am Montagmittag mächtig auf; Auslöser dafür war die heftige Kritik von U23-Coach Bernhard Winkler.

Nachdem dessen Regionalligamannschaft gegen die Reserve Hoffenheims 0:7 verloren und nach nun vier sieglosen Spielen mit 1:13 Toren auf den letzten Tabellenplatz abgerutscht war, hatte Winkler gesagt: „Ich hoffe, dass wir im Verein schnell aufwachen und dass die Spieler auch spielen, die im Training die entsprechende Leistung bringen.” Weiter kritisierte er: „Wenn wir den Weg so weitergehen, wird es schwierig.”

Winkler würde gerne Regionalliga-erfahrene Spieler einsetzen und nicht nur 19-jährige Talente, die laut Vereinskonzept gefördert werden sollen. Zudem bemängelt er, dass man letztjährige Leistungsträger wie Tobias Strobl oder Roland Sternisko hat gehen lassen. Winkler: „Die waren nicht zu ersetzen.” Am Montag legte er nach: „Für jeden jungen Spieler wäre es besser, einen erfahrenen neben sich zu haben. Denn von einem 0:7 lernt man nicht viel. Nur mit jungen Spielern sind wir im Kollektiv überfordert. Dafür ist die Regionalliga zu stark.”

Maurer kann Winkler trotzdem nicht verstehen, er sagt: „Wir sind ein Ausbildungsverein. Bernhard Winkler bekommt das seit 14 Monaten mitgeteilt. Er will eine eingespielte U23, aber die gibt es nicht. Wir haben ein gutes Konzept, eine gute Basis, ich weiß nicht, wo das Problem ist.” Und weiter: „Natürlich wollen wir, dass die U23 gewinnt, aber das ist nicht das primäre Ziel. Wir müssen hier ausbilden, deswegen leben wir überhaupt noch.”

Immer mittwochs treffen sich Winkler, Maurer und Sportchef Hinterberger zum Gespräch. Diesmal könnte aus der Sitzung eine außerplanmäßige Krisensitzung werden.

 

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