1860 in Aalen Debüt für Löwen-Trainer: Lass funkeln, Friedhelm!

Am Freitag gilt's: das erste Spiel der Löwen unter dem neuen Trainer Friedhelm Funkel. Foto: Rauchensteiner

Alles auf Anfang beim TSV 1860 München: Mit dem neuen Trainer Friedhelm Funkel soll am Freitagabend in Aalen eine neue Löwen-Euphorie entstehen. Und ein Bayer dient als Vorbild. 

 

München - Das Vorgeplänkel ist vorbei. Die ersten Trainingseinheiten, das erste Beschnuppern. „Ich habe die Jungs ein bisschen kennen gelernt, sagt der neue Löwen-Trainer Friedhelm Funkel. Um dann den Fokus auf das Spiel an diesem Freitag (18.30 Uhr, Sky live) beim VfR Aalen zu richten: „Jetzt wollen wir dort erfolgreich sein.”

Alles auf Anfang bei 1860. Endlich. Der Neubeginn.

Nach der Tristesse unter Vorgänger Alex Schmidt wollen die Löwen es jetzt noch einmal wissen. Oben angreifen, vorne mitspielen. Glänzen und siegen. Der neue Trainer soll’s richten. Und so flehen sie ihn förmlich an, den Mann, der mit seinen Teams bereits fünfmal in Liga 1 aufgestiegen ist: Lass funkeln, Friedhelm!

Die AZ sagt, auf was die Löwen-Fans jetzt hoffen.

AUFBRUCHSTIMMUNG Trotz Teambuilding in der Vorbereitung litt die Stimmung unter Schmidt. Funkel setzte nicht auf öffentlichkeitswirksame Maßnahmen, er vermittelt in vielen Einzelgesprächen jedem einzelnen Spieler seine Bedeutung fürs Team. „Jeder wird gebraucht, ob jetzt oder erst ein einigen Wochen”, sagt Funkel. Das kommt an. „Ich denke, alle sind jetzt schwungvoll drauf. Das gibt einen Schub”, sagt 1860-Sportchef Florian Hinterberger.


DIE ERFAHRUNG Bei 1860 haben sie erkannt, dass nicht jeder junge Trainer aus der zweiten Reihe ein neuer Thomas Tuchel ist. Funkel, seit 1973 im Bundesliga-Geschäft, ist das Gegenmodell – aber kein Auslaufmodell. Deutet man Hinterberger richtig, haben sich die Sechzger auch vom Nachbarn und dessen Triple-Sieg inspirieren lassen: „Jupp Heynckes ist ja auch in reiferen Jahren sehr lebendig geworden.” Vorbild Bayern-Jupp? Auch wenn das nicht jedem Löwenfan einleuchten mag – ein Erfolgsmodell ist es. Funkel stammt übrigens wie Heynckes vom Niederrhein, sein Geburtsort Neuss ist 29 Kilometer von Mönchengladbach entfernt.


OFFENSIVKRAFT: Erst fünf Tore gab es in sechs Spielen. In der vergangenen Runde 39 Tore in 34 Spielen. Das Hauptproblem liegt im Sturm. Das hat Funkel erkannt, ließ in dieser Woche oft aufs Tor schießen und Offensivvarianten üben: „Wir müssen Tore schießen, damit wir Spiele gewinnen können. Wir werden immer sehr offensiv aufgestellt sein.” Hoppla! Solche Aussagen gab’s bei 1860 lange nicht mehr.


LAUTHS ALTE STÄRKE: Einer, der stellvertretend für die Sturm-Flaute dieser Saison steht, ist Benny Lauth. Unter Schmidt als Kapitän entmachtet und im Sturm infrage gestellt, soll Lauth jetzt wieder eine tragende Rolle einnehmen. Lauth wird in Aalen stürmen, gehört für Funkel zu den gesetzten Spielern. Dass Lauth der Trainerwechsel entgegenkommt, kann der 32-Jährige nicht verheimlichen. Er antwortet mit einem Grinsen auf entsprechende Fragen: „Ja, wir haben sicher ein paar Mal öfter aufs Tor geschossen.” Um dann nicht mit Kritik am Funkel-Vorgänger zu sparen: „Wir haben bisher zu wenige Tore geschossen. Bei unserem Spiel war immer ein großen Augenmerk auf die Defensive. Da müssen wir schauen, dass wir wieder spielfreudiger werden. Ich hätte es gerne, wenn wir mehr nach vorne spielen.”


DIE KRAFT DER ALTEN Guillermo Vallori bleibt Kapitän, ansonsten sind die Routiniers wie Lauth, Bierofka oder Kiraly gefragt. „In der kurzen Zeit muss man nichts durcheinander werfen. Die Hierarchie in der Mannschaft ist eh klar”, sagt Hinterberger – und bestärkt Funkel in seinem Kurs: Erfahrung gewinnt. Am besten schon heute.

 

8 Kommentare