1860-Geldgeber in München Ismaik zu Besuch: Das Löwen-ABC

„Er war noch nie so sechzger-affin wie jetzt“, sagt Präsident Cassalette (l.) über Investor Ismaik. Foto: sampics/Augenklick

1860-Geldgeber Ismaik ist erneut in der Stadt: Es geht um die sportliche Zukunft – und die Stadionfrage. Nur mit Reiter klappt es nicht.

 

München - Das Mandarin Oriental hat seit gestern wieder einen prominenten Gast mehr: Hasan Ismaik weilt in seinem Münchner „Wohnsitz“, dem Luxushotel in der Neuturmstraße. Auf der to-do-Liste bis Donnerstag: mehrere Termine, welche die Zukunft seines Investments bei den Löwen nachhaltig beeinflussen.

Auch Präsident Peter Cassalette, in den vergangenen Monaten zu Ismaiks Vertrauensperson Nummer eins erwachsen, hatte am Dienstag wieder ein Date mit dem 1860-Finanzier. „Ich hole ihn aus dem Hotel ab, dann steht ein Kennenlern-Termin mit dem Verwaltungsrat an“, sagte Cassalette auf AZ-Nachfrage. Erster Punkt auf Ismaiks Liste ist also eine Vorstellungsrunde beim neunköpfigen Kontrollgremium der Löwen, dem der Wirtschaftsprüfer Karl-Christian Bay vorsitzt. Und der mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch von Ismaik wissen will, wie es mit Sechzig weitergeht. Cassalette dazu: „Wir müssen einiges besprechen: Was passiert, wenn wir absteigen und was, wenn wir nicht absteigen? Wie sind Hasans Pläne? Gibt es bei seinen Stadionplänen neue Entwicklungen?“ Es geht auch nach Einreichung der Lizenz-Unterlagen vor zwei Wochen sowohl für die Zweite, als auch die Dritte Liga einmal mehr um die möglichen Szenarien – das Löwen-ABC.

Noch hat der Oberlöwe Cassalette selbst mehr Fragen als Antworten zu bieten. An einem zweifle er jedenfalls nicht: an Ismaiks Hilfe. „Nein, wir sind fest davon überzeugt, dass uns Hasan weiter unterstützt – unabhängig von der Liga. Er war noch nie so sechzger-affin wie jetzt. Das merkt man an vielen Dingen“, sagt Cassalette. Plan C, also ein Ausstieg Ismaiks im Abstiegsfall, spielt somit nur eine untergeordnete Rolle. Bleiben die Pläne A (Löwen-Zukunft bei Klassenerhalt) und B (Drittliga-Existenz mit Ismaik) zu klären. Und zu konkretisieren: Wie sähe die finanzielle Unterstützung in der kommenden Spielzeit in beiden Ligen aus?

Und dann ist da eben noch das Dauerthema der Stadionfrage, dem sich Ismaik zuletzt mit großem Eifer angenommen hat. Erst verkündete er feierlich seinen Stadiontraum mit einem 52 000 Zuschauer fassenden, eigenen Löwen-Käfig in Riem, dann tagte er bei Oberbürgermeister Dieter Reiter. Der Stadtchef hatte dabei seine Unterstützung zugesagt – planerisch, nicht finanziell, wohlgemerkt. Und signalisiert, dass er auf eine förmliche Anfrage der 1860-Verantwortlichen warte. Möglich, dass Ismaik nun konkreter werden wollte, hatte er auf Facebook „wichtige Termine für die Löwen-Zukunft“ angekündigt. Dumm nur, wie Cassalette gestern erklärte: „Hasan wollte einen Termin bei Reiter, er hat uns aber abgesagt – er ist im Urlaub.“

Auch der angezählte Geschäftsführer Markus Rejek weilt über Ostern im Urlaub und wird bei den Gesprächen fehlen, was Ismaik vermutlich weitaus weniger stören dürfte. Cassalette verriet außerdem, dass der 39-Jährige auch bei der DFL einen Ausbau des Grünwalder Stadions prüfen lassen wolle, um das altehrwürdige Sechzgerstadion – als Übergangslösung – zweitligatauglich zu bekommen.

Bevor ein Ausweichtermin mit Reiter gefunden werden kann, ging es für Ismaik und Cassalette erst einmal in jenes Stadion, das die Löwen nur allzu gerne verlassen würden: in die Allianz Arena. Dort gab es das Duell der deutschen Nationalmannschaft gegen Italien (4:1) zu sehen. Internationaler Fußball? Damit wären wir wieder bei Ismaiks Träumen mit Sechzig. Gut möglich, dass ihn die Wehmut packt, wenn er live mit ansieht, was möglich wäre.

 

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