1860 gegen Cottbus 1:1 - "Das bringt uns nicht weiter!"

Nach dem Remis gegen Cottbus: Schmidt ist enttäuscht, auch Torschütze Halfar freut sich kaum über sein Comeback. Den Aufstieg haken sie dennoch nicht ab.

 

MÜNCHEN - Alexander Schmidt war bedient. „Das bringt uns nicht weiter”, sagte der Löwen-Trainer nach dem enttäuschenden 1:1 gegen Cottbus. „Wir wollen unbedingt gewinnen, wir sind enttäuscht.” Der Löwencoach weiß um den neuerlichen Dämpfer im Kampf um Relegationsplatz drei – auch wenn er zerknirscht sagt. „Abhaken müssen wir das erst, wenn es auch rechnerisch nicht mehr geht.” Und dann gab er selbstkritisch zu: „Vielleicht hätten wir Halfar früher bringen sollen.”

Halfar, den Hoffnungsträger. Doch auch der Torschütze des 1:0 war enttäuscht. Nach sieben Wochen Verletzungspause spielte er zum ersten Mal wieder. Vier Minuten dauerte es, bis Halfar nach seiner Einwechslung zur Führung traf: Es lief die 58. Minute, als sich der 26-Jährige sich den Ball schnappte, entschlossen auf den Strafraum zulief, mit dem langen Mittelstürmer Rob Friend einen feinen Doppelpass spielte und das Leder dann mit der Picke in die Maschen schoss. 1:0 für Sechzig.

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Löwen-Trainer Alexander Schmidt ballte die Fäuste, setzte einen kurzen Jubel-Sprint an und schrie seine Freunde laut heraus. Alles richtig gemacht! Wenn die Löwen nicht noch den Ausgleich kassiert hätten. „Ich freue mich natürlich über das Tor”, sagte Halfar. „Aber das Ergebnis dämpft meine Stimmung.”

Sein letztes Spiel machte Halfar am 25. Februar zu Hause gegen den VfL Bochum – was für ein Comeback. Doch eine Unaufmerksamkeit in der Löwen-Defensive machte Halfars Treffer schon gute zehn Minuten nach seinem Treffer wieder zunichte. Der Cottbusser Marco Stiepermann hebelte mit einem Steilpass die 1860-Abwehr aus und Alexander Bittroff schoss den Ball dann alleine vor Gabor Kiraly stehend an dem Ungar vorbei zum 1:1 ins Tor. Stille in der Arena. Jetzt waren die Löwen zu Hause endlich mal wieder mit 1:0 in Führung gegangen und zwischenzeitlich bis auf vier Punkt an den Relegationsplatz herangerückt, da war die ganze Euphorie in Sekundenschnelle wieder dahin. Typisch Sechzig eben, eine Achterbahnfahrt.

Nichts war's mit dem Eis brechen, das Schmidt gefordert hat, der Eispickel war wieder mal zu stumpf. Die Löwen warten seit nunmehr sechs Heimspielen auf einen Sieg in der Arena. Und der Rückstand auf den Relegationsplatz beträgt jetzt sechs Punkte. Das war's dann wohl mit dem Aufstieg. „Es werden immer weniger Spiele", merkt Halfar an. „Im Moment rutscht einfach nicht mehr als ein Ball ins Tor. Das bricht uns zur Zeit einfach das Genick."

 

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