170 Zeugenhinweise Mord an Domenico: Die Blutspur des Täters

So beschreiben seine Freunde Domenico L.: immer lächelnd. Der Ingenieur wurde am Abend des 28. Mai ermordet. Foto: Kimberly Hoppe

Mord an Domenico L.: Der entscheidende Hinweis ist noch nicht dabei. Die Polizei ist sich sicher, dass sich der Täter bei seiner Tat am Isarradweg verletzt hat.

 

Isarvorstadt - 170 Zeugenhinweise hat die Mordkommission nach dem Mord an Domenico L. (†31) bekommen – doch der entscheidende Hinweis war bislang nicht dabei. Die Kripo hat sich darauf eingestellt, dass die Ermittlungen sehr langwierig und zäh werden können – und hofft auf weitere Hinweise.

„Wir sind auf jedes noch so kleine Detail angewiesen“, sagte Markus Kraus, Chef der Münchner Mordkommission, am Freitag.

Auffällig ist, dass es bisher keinen einzigen Hinweis auf einen Mann mit einer Schnitt- oder Stichverletzung gegeben hat. Denn die Ermittler gehen davon aus, dass sich der Mörder, der Domenico L. am Dienstag, den 28. Mai, getötet hat, bei dem Angriff selbst verletzt hat (AZ berichtete). Der Mörder kann an einer Hand verletzt sein.

Die Tatwaffe kann aber auch abgerutscht sein und ihn an einer anderen Körperstelle verletzt haben. Theoretisch möglich ist aber auch, dass er aus der Nase blutete.

Sicher ist: Am Tatort, am Radweg zwischen Deutschem Patentamt und Museumsinsel waren Blutspuren des Mörders gesichert worden. Durch sie hat die Polizei einen genetischen Fingerabdruck des Mörders, also ein DNA-Muster. Im Polizeicomputer gespeichert war die dazu gehörige Person allerdings nicht.

Die mittlerweile 27-köpfige Soko Cornelius (benannt nach der Brücke, in deren Richtung der Täter flüchtete) geht davon aus, dass es keinerlei Vorbeziehung zwischen Opfer und Täter gab. Für Hinweise sind 10 000 Euro Belohnung ausgesetzt.

Die Verlobte (28) von Domenico L., die von dem Täter vor der Messerattacke im Vorbeifahren ins Gesicht gespuckt wurde, beschrieb den Mann als etwa 30 Jahre alt, 1,75 Meter groß, dunkelhaarig oder blond. „Die Sichtverhältnisse waren sehr schlecht“, sagt Kraus.

Für ein Phantombild reicht die Beschreibung der Verlobten nicht aus.

 

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