14 Grad im Büro Heizung kaputt: Eiszeit bei Münchner Polizisten an der Tegernseer Landstraße

In der Tegernseer Landstraße müssen zur Zeit hunderte Polizisten bibbern. Foto: AZ-Archiv

Seit Tagen funktioniert in der Tela an der Tegernseer Landstraße die Heizung nicht. Hunderte Polizisten sitzen in eiskalten Büros.

 

München - Draußen im Freien hatte es am Donnerstag zehn Grad, in den Polizeibüros an der Tegernseer Landstraße ist es momentan nur unerheblich wärmer. Etwa 14 Grad sind es derzeit.

"Ich sitze mit drei Jacken am Schreibtisch und friere mich zu Tode", schrieb ein wütender Polizist per E-Mail an Kollegen im Präsidium. Rund 1000 Polizisten verschiedener Kommissariate, von der Verkehrspolizei bis zum Betrugsdezernat, arbeiten an der Tela – dem gewaltigen Klotz oberhalb des Mc-Graw-Grabens.

Der Komplex wird gerade umgebaut und modernisiert. Auch an der Fernwärmeversorgung der Stadt wird gearbeitet. Deshalb wurde die Heizung der Tela am Donnerstag letzter Woche abgeschaltet. Wegen der Umbauarbeiten wird sie vor dem Herbst auch nicht mehr in Betrieb genommen.

Mit dem kalten Mai hat niemand gerechnet

Das alles war von langer Hand geplant und vorbereitet. Doch niemand hat damit gerechnet, dass es im Mai so kalt werden würde. Der Frust an der Tela ist groß. Laut Arbeitsstättenverordnung müssten es in den Büros 18 Grad sein.

Noch am Dienstag hatte Polizeipräsident Hubertus Andrä in einer Besprechung vorgeschlagen, die Kollegen sollten Heizgeräte in der Versorgungsstelle beantragen. Doch die hat keine.

Die Beschäftigten machen beim Personalrat und bei der Gewerkschaft ihrem Ärger Luft. Zumal in einem Personalratsbrief der Eindruck erweckt wurde, man habe alles im Griff. "Bei uns haben sich etliche Kollegen beschwert", betätigt Jürgen Ascherl, Chef der Polizeigewerkschaft DPolG in München, auf Anfrage der AZ. "Ich bin davon ausgegangen, dass das, was unser Präsident vor ein paar Tagen gesagt hat, auch Hand und Fuß hat", so Ascherl.

Kommende Woche kommen Heizgeräte

100 Heizgeräte hat das Präsidium bestellt. "Wegen Lieferengpässen", so Polizeisprecher Markus Oehme, "stehen sie aber erst in der kommenden Woche zur Verfügung."

"Ich weiß, dass das Präsidium alles tut, um die Situation in den Griff zu bekommen", sagt Ascherl. Bleibt abzuwarten, wie die Stromleitungen in der Tela reagieren, wenn kommende Woche Dutzende Heizlüfter gleichzeitig eingeschaltet sind.

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